Wald im Stress:Förster verlangen mehr Personal

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Wald im Stress: Schädlinge wie der Kiefernprachtkäfer profitieren von der Hitze und Trockenheit in den Wäldern. Hier eine Kiefer, die wegen des Schädlings abgestorben ist.

Schädlinge wie der Kiefernprachtkäfer profitieren von der Hitze und Trockenheit in den Wäldern. Hier eine Kiefer, die wegen des Schädlings abgestorben ist.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Vor fünf Jahren hat der Freistaat ihnen 200 neue Stellen versprochen. Der Verband klagt, dass bisher davon nur acht geschaffen worden seien.

Von Christian Sebald, München

Es ist zehn Jahre her, da fegte der Sturm Kolle über den Bayerischen Wald hinweg und legte binnen Minuten Hunderte Hektar Wald um. Der Schaden war immens - für die Waldbauern in der Region genauso wie für die Staatsforstbetriebe dort. Der damalige Forstminister Helmut Brunner (CSU) war so geschockt von Kolles Wucht, dass er versprach, 200 neue Stellen für Förster zu schaffen. Denn die Wiederaufforstung von Kahlflächen, die Stürme wie Kolle oder Schädlinge wie der Borkenkäfer hinterlassen, ist nicht nur teuer. Sondern es braucht Förster, die die Waldbauern beraten. Aus Brunners Versprechen ist wenig geworden. "Bisher hat die Staatsregierung nur acht echte zusätzliche Försterstellen geschaffen", klagt Stefan Kramer vom Bund Deutscher Forstleute (BDF). Der BDF drängt nun massiv auf die Stellen. Wenn an diesem Montag Forstministerin Michaela Kaniber (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und womöglich Umweltminister Thorsten Glauber (beide FW) die Landesversammlung des Verbands in Fürth besuchen, werden die Förster auf die Zusage pochen.

Gerade dieser Tagen kann man praktisch überall in Bayern beobachten, wie sehr die Wälder im Hitze- und im Trockenstress sind. "Es ist zurzeit schon echt eine Durststrecke für den Wald", sagt Dirk Schmechel von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Praktisch nur noch in Südbayern seien die Bäume ausreichend mit Wasser versorgt. Sollte die Witterung trocken und heiß bleiben, befürchtet Schmechel "ähnliche Schäden wie 2018 und 2019". Wassermangel und eine Borkenkäfer-Plage hatten damals riesige Schäden angerichtet. Hans Ludwig Körner vom Waldbesitzerverband sagt, dass vor allem die Wälder nördlich der Donau sehr dürregeplagt seien. Er betont, dass Jungkulturen besonders anfällig für Trockenheit seien. Deshalb werden sie inzwischen oft professionell bewässert. Der BDF ist die Standesorganisation der Förster. Er zählt in Bayern ungefähr 2000 Mitglieder und vertritt damit praktisch die gesamte Forstverwaltung und die Bayerischen Staatsforsten, die die Staatswälder bewirtschaften.

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