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Bistum Augsburg:Walter Mixa gibt auf

Plötzliche Kehrtwende: Walter Mixa lässt die Vorwürfe gegen die Kollegen Zollitsch und Marx fallen und akzeptiert den Verlust des Augsburger Bischofsamts. Auch aus dem Palais will er ausziehen.

Wochenlang hat er gekämpft, gab sich widerspenstig und uneinsichtig. Mehrfach hat Walter Mixa deutlich gemacht, dass er nicht freiwillig vom Bischofsamt in Augsburg zurückgetreten sei. Zugleich erhob er Vorwürfe gegen die Erzbischöfe Robert Zollitsch und Reinhard Marx. Von ihnen sei er quasi aus seinem Amt gemobbt worden, klagte Mixa öffentlich.

Walter Mixa, Augsburg

Walter Mixa akzeptiert seinen Rücktritt. In einer Erklärung, die er zusammen mit der Augsburger Bistumsleitung abgab, verkündete er zudem, aus dem Bischofspalais in Augsburg auszuziehen.

(Foto: dpa)

Jetzt kommen plötzlich zurückhaltendere Töne von dem Gottesmann. In einer gemeinsamen Erklärung gaben die Augsburger Bistumsleitung sowie Mixa selbst bekannt, der Ex-Bischof werde seinen Rücktritt nicht mehr in Frage stellen und werde der Einladung des Papstes zu einem gemeinsamen Gespräch in Rom gerne nachkommen.

Und: Für den Druck, den er bei der Unterzeichnung seines Rücktritts empfunden habe, mache er niemanden verantwortlich und niemandem Vorwürfe. Außerdem will der umstrittene Gottesmann das Augsburger Bischofspalais verlassen, in das er kürzlich wieder eingezogen war.

Der schnelle Stimmungswandel lässt sich mit einer öffentlichen Stellungnahme seiner Bischofskollegen erklären. Am Dienstagnachmittag nämlich verschickte die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz eine Mitteilung mit folgendem Inhalt: "Bei ihrer regulären Sitzung in Würzburg haben die deutschen Bischöfe in großer Betroffenheit über die Geschehnisse und offenen Fragen hinsichtlich ihres Mitbruders Walter Mixa gesprochen. Sie bestätigen, dass die in den Medien jetzt bekannt gewordenen Vorwürfe gegen ihn im April 2010 nach Rom weitergeleitet worden sind. Papst Benedikt XVI. hat daraufhin gehandelt und das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa angenommen."

Damit haben die Bischöfe bestätigt, dass es die Akte, in der vom Umfeld des Gottesmanns von Alkoholproblemen und von sexuellen Übergriffen auf Priester die Rede ist, tatsächlich gibt - und dass der Papst das Papier zum Anlass nahm, das Rücktrittsgesuch Mixas anzunehmen. Eine Rückkehr auf seine ehemalige Position war damit quasi ausgeschlossen.

Der Augsburger Diözesanrat reagierte mit Erleichterung auf die Erklärung des zurückgetretenen Bischofs. "Dies ist ein erster Schritt in eine gute Zukunft, jetzt ist Versöhnung angesagt", sagte der Ratsvorsitzende Helmut Mangold. Jetzt sei ein "echter Neuanfang" in dem zerrissenen Bistum möglich.

Lesen Sie auf der nächsten Seite die gemeinsame Erklärung Walter Mixas und des Bistums Augsburg im Wortlaut.

Bischof Walter Mixa

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