Gesundheit in Bayern:Mehr Jugendliche konsumieren Suchtmittel

Gesundheit in Bayern: Die Konsummuster von Jugendlichen seien sehr unterschiedlich, heißt es von der Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe.

Die Konsummuster von Jugendlichen seien sehr unterschiedlich, heißt es von der Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe.

(Foto: Rolf Kremming/Imago)

Die Anzahl an Beratungsgesprächen mit jungen Leuten, aber auch besorgten Eltern sowie Schulen und Jugendeinrichtungen nimmt deutlich zu.

Die Suchtberatungsstellen in Bayern registrieren einen steigenden Suchtmittelgebrauch bei Jugendlichen. Zum einen kämen mehr Jugendliche in die Beratungsstelle, zudem gebe es mehr Anrufe von beunruhigten Eltern sowie Anfragen von Schulen und Jugendeinrichtungen, teilte die Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS) am Donnerstag in München mit.

Junge Menschen seien für die Wirkungen von Suchtmitteln empfänglich. Sie hätten ein höheres Risiko für langfristige psychische Gesundheitsstörungen, schlechte Leistungen in der Schule, schweren Missbrauch von Suchtmitteln und höhere Abhängigkeitsraten, wenn sie in dieser Lebensphase regelmäßig Alkohol, Cannabis, Nikotin oder andere Drogen konsumieren.

Bettina Lange von der KBS sagte, die Konsummuster der Jugendlichen seien sehr unterschiedlich. Sie reichten von Probierkonsum, riskantem Alkohol- und Drogenkonsum, missbräuchlichem Konsum von Medikamenten bis hin zur Abhängigkeit von verschiedensten Suchtstoffen. Der Konsum von Cannabis habe "in den letzten Jahren zugenommen", sagte Lange. Der Beratungsbedarf sei bei Jugendlichen "sehr heterogen". In der oft kritischen Zeit des Heranwachsens benötigten sie Unterstützung bei persönlichen und sozialen Folgen von Suchtmittelkonsum und Suchtverhalten. "Besonders Jugendliche mit multifaktoriellen Problemlagen brauchen ein intensives Beratungsangebot, das den Konsum einbezieht", erläuterte Suchtberatungsexpertin Lange.

In Bayern gebe es allerdings nur für Erwachsene ein flächendeckendes Sucht-Beratungsnetz. Seit geraumer Zeit tagen allerdings auch Runde Tische zur Entwicklung von Angeboten für jugendliche Konsumenten. Ein Streitpunkt ist dabei allerdings die Frage, wer diese Angebote finanziert. Zwar gebe es an 22 Standorten über ganz Bayern verteilt Suchtberatungen für Jugendliche, allerdings oft mit sehr niedrigem Stundenkontingent. Meist sind sie organisatorisch und konzeptionell mit den von den Bezirken geförderten Suchtberatungsstellen für Erwachsene verzahnt. Die Suchtverbände fordern, überall in Bayern Jugendsuchtberatungsstellen an der Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Suchthilfe zu schaffen oder auszubauen.

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