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Corona:Zustimmung zu Masken in Schulen

Reaktionen auf Gipfeltreffen fallen überwiegend positiv aus

Zwei Wochen lang sollen Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen in Bayern im Unterricht Masken tragen, das gaben Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (FW) am Montag bekannt. Masken in der Klasse waren zuletzt hitzig diskutiert worden, aber im Prinz-Carl-Palais wirkten die Vertreter von Schülern, Eltern und Lehrern recht zufrieden - und waren offenbar froh, dass sie überhaupt einbezogen wurden. Vor dem Gipfel hatten sich einige skeptisch geäußert, ob sie mitdiskutieren dürfen oder - wie offenbar beim Digitalgipfel - Maßnahmen nur abnicken sollten. Von "Staffage" war die Rede und "Jubelpublikum" für den Ministerpräsidenten auf dem Weg ins Kanzleramt.

Nach der Sitzung erklärte Landesschülersprecher Joshua Grasmüller, der Masken im Unterricht zuvor strikt abgelehnt hatte, dass "Vorsicht besser ist als Nachsicht". Aber die Schulfamilie müsse auch mitentscheiden dürfen, ob die Maskenpflicht verlängert werde. Außerdem solle die Staatsregierung die Digitalisierung noch stärker vorantreiben und den schwächeren Schülern Angebote machen, damit sie den Anschluss nicht verlieren. Für Walburga Krefting sind über die Masken hinaus auch Luftreinigungsanlagen, Plexiglaswände und automatische Desinfektionsmittelspender nötig. Zudem forderte die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Lehrerverbände mehr Personal für Grund-, Förder- und Mittelschulen. Andreas Fischer, der designierte Chef des Schulleiterverbandes, wünschte sich Rückendeckung bei Konflikten mit Eltern und mehr Zeit für Leitungsaufgaben. Die Balance zwischen Bildungsauftrag und Gesundheitsschutz sei richtig, sagte Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrerverbands, aber der Maßstab sei "die Realität vor Ort, nicht die politische Show".

Schärfer fällt die Kritik der Opposition aus: Der SPD fehlen "längerfristige Testkonzepte", pädagogische Ansätze und Personal, um den Stoff aufzuholen. Söder und Piazolo hätten "trotz ausreichender Vorbereitungszeit kein schlüssiges Konzept vorgelegt", sagte Katrin Ebner-Steiner (AfD). Statt "blumiger Worte" brauche es ein Gesamtkonzept und die nötigen Standards für den Distanzunterricht, kritisierte Matthias Fischbach (FDP). Die Maskenpflicht sei kein Allheilmittel, sagte Katharina Schulze (Grüne), die Regierung müsse "endlich, zeitnah" die versprochenen Geräte für Lehrer und Schüler liefern.

© SZ vom 01.09.2020 / angu
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