Bildung in Bayern:Lehrerverband sieht Nachholbedarf bei der Digitalisierung

Bildung in Bayern: Digitale Geräte wie Tablets oder Laptops sollten heute an allen Schulen im Unterricht selbstverständlich sein. Doch in der Praxis sieht es anders aus.

Digitale Geräte wie Tablets oder Laptops sollten heute an allen Schulen im Unterricht selbstverständlich sein. Doch in der Praxis sieht es anders aus.

(Foto: Armin Weigel/dpa)

Eine bundesweite Umfrage zeigt, dass Bayerns Schulen bei der Ausstattung mit digitalen Geräten hinterherhinken. Auch bei der Infrastruktur, wie Breitbandinternet, sieht es schlecht aus.

Bei der Ausstattung mit digitalen Geräten wie Laptops, Tablets oder Smartphones hinken bayerische Schulen im bundesweiten Vergleich einer Umfrage zufolge hinterher. Bei einer Untersuchung im Auftrag des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) gaben acht Prozent der Schulleitungen an, Klassensätze für alle Klassen zu haben. Bundesweit waren es 15 Prozent, wie aus der Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervorging, die am Montag vorgestellt wurde. Acht Prozent der Befragten in Bayern erklärten, gar keine Klassensätze zu haben, bundesweit waren es zehn Prozent.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) warnte, Bayern dürfe bei der Hardware-Ausstattung nicht abgehängt werden. Nachholbedarf gebe es auch bei der Infrastruktur, etwa beim Breitbandinternet, und bei der Wartung und Betreuung der Systeme. Es brauche jetzt einen Kraftakt von Bund, Ländern und Kommunen, um die Digitalisierung an den Schulen nachhaltig, flächendeckend und langfristig zu sichern, sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann mit Blick auf das Auslaufen des Digitalpakts Schule im Mai.

Besser als der deutschlandweite Durchschnitt von 25 Prozent steht der Freistaat bei der Förderung aus dem Digitalpakt da. 36 Prozent der Befragten in Bayern erklärten, die Mittel für die digitale Infrastruktur und die Ausstattung an ihrer Schule reichten aus. Fast zwei Drittel der Befragten hielten weitere Mittel für nötig. 90 Prozent der Schulen in Bayern und ganz Deutschland haben bereits entsprechende Fördergelder beantragt. Bei den Schulungen liegt Bayern ebenfalls über dem Durchschnitt. 62 Prozent der Befragten gaben an, fast alle Lehrkräfte ihrer Schule hätten an mindestens einer Fortbildung zum Einsatz digitaler Geräte im Unterricht teilgenommen. Bundesweit waren es nur 54 Prozent. Nachholbedarf sehen Schulleitungen aber noch bei der Ausbildung. 59 Prozent erklärten, frisch ausgebildete Lehrkräfte seien gut oder sehr gut auf den Einsatz digitaler Endgeräte im Unterricht vorbereitet, 30 Prozent hielten die Vorbereitung dagegen für weniger gut.

Für die Umfrage wurden von 15. September bis 20. Oktober des Vorjahres 1301 Schulleiterinnen und Schulleiter befragt, 251 davon aus Bayern. Sie konnten telefonisch oder online über einen individuellen Link antworten. Eine der Fragen war etwa: "Es gibt an der eigenen Schule Klassensätze an Laptops, Tablet-PCs und Smartphones für die Schülerinnen und Schüler." Zur Auswahl standen folgende Antworten: "Ja, für alle Klassen", "ja, aber nicht für alle Klassen" oder "nein".

Zur SZ-Startseite

SZ PlusPolitik in Bayern
:Bayerns Kultusministerin traut sich was

Beim Religionsunterricht kürzen? Keinesfalls, sagt Markus Söder. Warum nicht, sagt Anna Stolz. So viel Selbstbewusstsein war lange nicht mehr im Kultusministerium. Wer ist diese Frau, die den Ministerpräsidenten einfach abblitzen lässt?

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: