"Operation Weckruf":50 Durchsuchungen bei Kinderpornografie-Razzia

Lesezeit: 1 min

"Operation Weckruf": "Wer solche Straftaten begeht, kann sich in Bayern niemals sicher fühlen", sagte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich bei der Vorstellung von Details der "Operation Weckruf".

"Wer solche Straftaten begeht, kann sich in Bayern niemals sicher fühlen", sagte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich bei der Vorstellung von Details der "Operation Weckruf".

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Bei der bayernweiten Aktion am Dienstag beschlagnahmen die Ermittler fast 1000 Geräte. 23 Verdächtige gestehen noch vor Ort.

50 Durchsuchungen, 55 Beschuldigte, 928 beschlagnahmte Datenträger und Computer - so lautet die Bilanz einer großangelegten Kinderpornografie-Razzia in allen bayerischen Regierungsbezirken. "Wer solche Straftaten begeht, kann sich in Bayern niemals sicher fühlen", sagte Justizminister Georg Eisenreich (CSU) am Mittwoch mit Blick auf den "Operation Weckruf 2022" genannten Großeinsatz. Die Aktion fand bereits am Dienstag statt, die Ermittler hatten zunächst keine Details dazu genannt.

Am Mittwoch präsentierten die Behörden nun Einzelheiten: 15 der insgesamt 55 ermittelten Fälle betreffen demnach Downloads von Darstellungen von schwerstem und extrem gewalttätigem sexuellen Missbrauch von Kindern und Säuglingen. "Was dort zu sehen ist, dieses Maß an Grausamkeit, an Gewalttätigkeit, können selbst langjährige Ermittler nicht ohne Weiteres wegstecken", sagte Thomas Goger, der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI), einer im Oktober 2020 gegründeten Spezialeinheit.

23 Beschuldigte gestehen noch an Ort und Stelle

Es gab Beschuldigte in jedem Regierungsbezirk. Sie sind zwischen 18 und 73 Jahre alt, mehr als ein Drittel von ihnen ist jünger als 30. 23 von ihnen legten laut Goger noch an Ort und Stelle ein Geständnis ab. Wo sich die Verdachtsmomente bestätigen, drohen Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr.

Bereits im Mai 2021 hatte es eine ähnliche Aktion gegeben, damals gab es 51 Beschuldigte. Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs und Kinderpornografie hatten zuletzt stark zugenommen. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik hat sich die Zahl der Straftaten 2021 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. "Der Verbreitungsgrad an Kinderpornografie ist erschreckend", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Durch unsere deutlich verstärkten Ermittlungen kommen immer mehr Fälle ans Licht." Im Jahr 2021 wurden beim ZKI mehr als 3200 Verfahren erfasst. Neben konsequenter Strafverfolgung wollen die Behörden auch auf Prävention setzen.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusMissbrauch in der katholischen Kirche
:"Den pathetischen Rotz hätt' er sich sparen können"

Hermann Schlicker war Pfarrer in Grafing und in Garching an der Alz - nachdem Peter H. dort Kinder missbrauchte. Trotz Maulkorb vom Erzbistum München und Freising spricht er über Joseph Ratzinger und sagt: Wo bleibt die Entschuldigung?

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB