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Energieproduktion:Immer mehr Stromimport nötig

In Bayern wird immer weniger Strom aus konventionellen Kraftwerken produziert, der Freistaat ist zunehmend auf Stromimporte angewiesen. Darauf hat jetzt der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) aufmerksam gemacht. "Im Zehn-Jahres-Vergleich werden heute im Freistaat rund 50 Prozent weniger Strom aus konventionellen Anlagen erzeugt", sagt Verbandsgeschäftsführer Detlef Fischer. Mit einer Stromproduktion von 75 Milliarden Kilowattstunden in 2019 liege der Freistaat inzwischen deutlich unter dem Produktionsrekord von 94 Milliarden Kilowattstunden in 2012.

Hauptgrund für den Rückgang ist der Atomausstieg. Die Abschaltung der Atomkraftwerke Isar 1, Grafenrheinfeld und Gundremmingen Block B habe zu "deutlichen Einbrüchen bei der Stromproduktion geführt", sagt Fischer. Die beiden Reaktoren Gundremmingen Block C und Isar 2, die noch am Netz sind, produzieren etwa 22 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr. Das ist etwa ein Viertel des Stroms, der in Bayern verbraucht wird. Mit der Abschaltung der beiden Anlagen Ende 2021 und Ende 2022 werde sich die Lücke zwischen Produktion und Verbrauch noch einmal deutlich vergrößern. Denn die regenerativen Energien können sie aus Sicht des VBEW nicht schließen - auch wenn sie im Zehn-Jahres-Vergleich eine Produktionssteigerung um 84 Prozent auf 39 Milliarden Kilowattstunden Strom hingelegt haben und aktuell 52 Prozent der Produktion ausmachen.

© SZ vom 19.12.2020 / cws/van
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