Bayerische Verwirrung in Berlin Hundskrüppel im Bundestag

Das Dirndl des Anstoßes: Dieses Modell - mit anderer Bluse - trug Dorothee Bär am Mittwoch auch im Bundestag.

(Foto: DAH)

Dirndl im Bundestag? CSU-Politikerin Dorothee Bär wagt es und bekommt Ärger mit den Grünen. Bärs Parteifreund spricht derweil von "faulen Krüppeln" - und stiftet damit noch mehr Verwirrung.

Von Sebastian Beck

Ungeheuerlich! Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU) ist am Mittwoch in einem Dirndl im Bundestag aufgetreten. Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen, regte sich auf Twitter darüber auf: "Die Bayern finden's passend, der Rest der Welt rückständig."

Mal abgesehen davon, dass man darüber diskutieren kann, ob Rosa die optimale Farbe für ein Staatsdirndl ist, darf man aber auch feststellen: Grüne erkennt man auf Veranstaltungen in der Regel daran, dass sie am schlechtesten angezogen sind.

Der grüne Herr trägt zur Jeans gerne das Sakko auf, mit dem er schon gegen den Nato-Doppelbeschluss demonstriert hat. Die grüne Dame legt sich bunte Walletücher um den Hals. Die Grünen finden das passend.

Dass Bayern und Berlin ein kultureller Graben trennt, wurde im Bundestag einmal mehr am Donnerstag deutlich, als der CSU-Abgeordnete Stephan Stracke - korrekt gekleidet im Sparkassenanzug und gelber Krawatte - ans Pult trat und eine Rede hielt, die normalerweise ein Fall für Spamfilter gewesen wäre, hätte er nicht von "faulen Krüppeln" gesprochen, die nicht arbeiten wollen. (Im Youtube-Video etwa bei 0:32)

Darüber ist nun Katja Kipping von den Linken schwer empört: Wie kann man nur so über Erwerbslose reden? Freilich bezeichnet der Begriff "Krüppel" oder gar "Hundskrüppel" im Bairischen freche Kinder oder Gauner - nett ist er aber auf jeden Fall nicht gemeint. Es wäre also verlockend, aber auch nicht ganz richtig, wenn man sagen würde: Stracke, Du Hundskrüppel, red halt koan so an Schmarrn daher!