bedeckt München 14°

Auswirkung der EU-Gesetze:Von der Kita bis zur Hochschule

Mittagessen für Ganztagesklasse

Schreck beim Kita-Essen: Die Stadt München konnte nicht einfach einen Anbieter nach Wahl verpflichten: Ab gewissen Summen schreibt das EU-Recht europaweite Ausschreibungen vor.

(Foto: STA Franz X. Fuchs)

Ausschreibungen

Das Bildungsreferat denkt wahrlich nicht gerne an das Vergabeverfahren für das Kita-Essen zurück. Mehr als 21 000 Münchner Kinder in städtischen Einrichtungen sollten gesundes Mittagessen erhalten. Doch die Stadt konnte nicht einfach einen Anbieter nach Wahl verpflichten: Ab gewissen Summen schreibt das EU-Recht europaweite Ausschreibungen vor. In diesem Fall lag die Grenze bei gut 200 000 Euro. Weil Firmen aus dem EU-Ausland nicht benachteiligt werden dürfen, konnte das Bildungsreferat nicht vorschreiben, dass potenzielle Bewerber aus dem Raum München stammen sollen. Immerhin ein Unternehmen, Kindermenü König aus Moosach, sicherte sich trotzdem den Zuschlag. Auch bei Bauvorhaben etwa ist eine europaweite Ausschreibung vorgeschrieben, wenn sie teurer als 5,1 Millionen Euro sind.

Herkunftsschutz

Ob sie eher luftig-weich oder resch sein soll, ist Geschmackssache. In jedem Fall darf DE/PGI/005/00971 nicht einfach so unter jenen Namen über die Theke gehen, unter denen sie hierzulande geläufig sind: die bayerische Breze, Brezn, Brez'n oder sogar Brezel. Ihre Herkunft als spezielles regionales Produkt schützt die EU. So wie auch das Münchner Bier, registriert unter Nummer 0516. Aktuell laufen Anträge auf Herkunftsschutz für bayerisches Rindfleisch, bayerisches Bier, Oktoberfestbier, Honig und Obazda. Der Herkunftsschutz ist also reichlich kulinarisch. Seit 1992 bietet die EU Labels für den Ursprung agrarischer und ernährungswirtschaftlicher Produkte und für geografische Angaben an.

Forschungsförderung

Fördergelder der EU machen schon heute einen wichtigen Anteil der Drittmittel an Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus, Tendenz steigend. Ein ERC-Grant gehört zu den begehrtesten Auszeichnungen für Wissenschaftler. Die Anträge beim Europäischen Forschungsrat (ERC) sind sehr anspruchsvoll: das eingereichte Projekt muss aktuell und einzigartig sein. Bayern unterhält eine Beratungsstelle für Wissenschaftler, die beim Einreichen hilft: die bayerische Forschungsallianz (BayFor). Wer mit seinem Projekt zum Zuge kommt, darf sich über eine ordentliche Fördersumme freuen: Maximal 2,5 Millionen Euro werden ausgezahlt, für bis zu fünf Jahre. Damit lassen sich Mitarbeiter und Recherchen finanzieren. Derzeit genießen 103 Wissenschaftler in Bayern eine solche Förderung. Von 2007 bis 2013 wurden so knapp 204 Millionen Euro an bayerische Wissenschaftler vergeben. Zudem werden Forschergruppen an den Max-Planck-Instituten für Biochemie in Martinsried und für Quantenoptik in Garching gefördert, die bis zu 15 Millionen Euro für ihre Leistungen erhalten können.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema