bedeckt München 30°

Nach Eklat vor KZ-Gedenkstätte Mauthausen:AfD will Stefan Bauer aus Partei ausschließen

Impftermine für Astrazeneca in Schleswig-Holstein

Bauer verglich die Corona-Impfung mit einem Giftstoff zur Massentötung von KZ-Häftlingen.

(Foto: dpa)

Der Anti-Corona-Propagandist hatte vor der KZ-Gedenkstätte Mauthausen die Covid-Impfung mit dem Einsatz des Giftgases Zyklon B verglichen. Jetzt zieht seine Partei Konsequenzen.

Die AfD Bayern will den Rosenheimer Anti-Corona-Propagandisten Stefan Bauer nach einem Eklat am österreichischen KZ Mauthausen ausschließen. Der Wiener Verfassungsschutz ermittelt gegen ihn, nachdem er vor der KZ-Gedenkstätte die Covid-Impfung mit dem Einsatz des Giftgases Zyklon B verglichen haben soll; dies sei "an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten", sagte Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). Am Dienstag hat der Landesvorstand der AfD beschlossen, "das besagte Mitglied aus der Partei auszuschließen" und die Sache dem Landesschiedsgericht zu übergeben.

"Bei der Aufnahme von Mitgliedern kann keine Partei in den Kopf eines Menschen schauen. Umso resoluter haben wir als Vorstand reagiert, als besagtes Video erschienen ist", teilte der stellvertretende Landesvorsitzende Gerd Mannes mit. Die AfD distanziere sich "von jeglichen Vergleichen und missbräuchlicher Verwendung von Begriffen oder Begebenheiten aus der Zeit des Nationalsozialismus".

Nach Informationen der SZ sollen Bauer die Mitgliedsrechte schon früher entzogen werden, noch vor der Entscheidung am Schiedsgericht. Bauer, der bis vor Kurzem dem Rosenheimer AfD-Vorstand angehörte, war bereits zuvor etwa durch übergriffige Auftritte mit dem Verschwörungsideologen Attila Hildmann in Berlin aufgefallen. Schon da distanzierte sich sein Kreisverband. Bauer ließ bisher alle Anfragen der SZ unbeantwortet.

© SZ vom 10.03.2021 / ojo/sbeh, van
Zur SZ-Startseite
Germany Bavaria Flossenbuerg View of concentration camp memorial site PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTx

KZ Flossenbürg
:"Wir sind der Beweis gegen Fake News"

Sollen Besuche in früheren Konzentrationslagern für Schüler zur Pflicht werden? Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg berichtet, wie er mit gelangweilten Schülern umgeht - und warum auch gut vorbereite Klassen oft irritiert sind.

Interview von Ulrike Heidenreich

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB