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Verkehrssicherheit:Acht einfache Tipps, die Radfahren sicherer machen

Fahrradfahrer werden geschnitten, angehupt, übersehen. Aber mit ein paar Tricks kann jeder Radler die Gefahren minimieren.

Von Felix Reek

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Fahradfahrer ohne Licht unterwegs

Quelle: dpa

Fahrradfahrer haben es nicht leicht: Sie werden übersehen, geschnitten, abgedrängt und angehupt. Lieferwagen parken auf dem Radweg, Autofahrer biegen ab, ohne zu schauen. Das alles gefährdet die Sicherheit auf zwei Rädern. Viel können Radfahrer dagegen nicht unternehmen, ihr Einfluss auf andere Verkehrsteilnehmer ist gering. Aber sie können einige einfache Schritte unternehmen, um die eigene Sicherheit zu verbessern.

Die Sichtbarkeit erhöhen

Einer Studie aus Dänemark zufolge haben Radfahrer, die auch am Tag ihr Licht anschalten, 19 Prozent weniger Unfälle als solche, die das nicht tun. Rick Tyrrell, Professor an der Universität Clemson in South Carolina, stützt diese These. Er geht sogar einen Schritt weiter und schreibt in seiner Studie, dass Blinklichter, die tagsüber verwendet werden, die Sicherheit der Radler weiter erhöhen. Allerdings sind solche Lampen in Deutschland verboten. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) weist darauf hin, dass Fahrradlicht durchgängig strahlen muss: weißlich nach vorn, rot nach hinten. Allerdings scheint es an der Zeit, die Gesetzgebung an die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse anzupassen.

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Die richtige Kleidung bei Tageslicht

Nebeliger Morgen in Berlin

Quelle: picture alliance / dpa

Durch fluoreszierende Kleidung, die ultraviolettes Licht reflektiert und so im Tageslicht heller erscheint als normale Farben, lässt sich die Sichtbarkeit weiter verstärken. Das funktioniert aber nur am Tag, denn der Effekt beschränkt sich auf das Sonnenlicht. Nachts sind die Jacken und Hosen genauso unsichtbar wie jedes andere Kleidungsstück. Scheinwerfer oder Straßenlaternen machen da keinen Unterschied.

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In der Nacht: reflektierende Kleidung

Radfahren bei Dunkelheit

Quelle: picture alliance / dpa

Wer in der Nacht zusätzlich zum Fahrradlicht besser gesehen werden will, sollte auf reflektierende Kleidung setzen. Sie leuchtet in künstlichem Licht. Entscheidend ist allerdings, wo der Radler das reflektierende Material am Körper trägt. Bereits in einer Studie aus dem Jahr 2012 fanden Tyrrell und sein Forschungsteam heraus, dass immerhin 67 Prozent der Verkehrsteilnehmer einen Radfahrer im Dunkeln anhand einer reflektierenden Weste erkannten. Trugen die Probanden die Kleidungsstücke an Knie und Knöcheln, erhöhte sich die Rate auf 94 Prozent.

Das liegt den Forschern zufolge daran, dass es im Verkehr darum geht, nicht nur wahrgenommen, sondern auch als Radler erkannt zu werden. Dies sei die Voraussetzung dafür, dass ein Autofahrer richtig reagieren könne. Die Tretbewegung durch reflektierendes Material zu betonen, sorgt dafür, dass die Bewegung schnell mit einem Radfahrer in Verbindung gebracht wird.

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Eindeutig fahren

Greencity Lindwurmstraße

Quelle: Lukas Barth

Aber auch die richtige Fahrweise kann die Sichheit erhöhen. Der ADFC empfiehlt "nach außen selbstbewusst, innerlich aber defensiv zu fahren". Konkret heißt das: Radler sollen ihren Platz im Verkehr einfordern, aber niemals vergessen, dass sie im Vergleich zu einem Auto die "schwächeren" Verkehrsteilnehmer sind. Es bringt nichts, auf seinem Recht zu beharren, wenn ein Unfall mit vielleicht schweren Verletzungen die Folge ist. Vorauszusehen, wie andere agieren, ist deswegen für jeden Radler noch wichtiger als für Autofahrer.

Gleichzeitig sollten sich Radfahrer eindeutig und vorausschauend im Straßenverkehr bewegen. Dazu gehört, nicht plötzlich stehen zu bleiben oder die Richtung zu wechseln. Umso besser können andere Verkehrsteilnehmer erkennen, wohin sich der Radfahrer bewegt. Dadurch sinkt das Unfallrisiko.

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Verkehrsregeln einhalten

Radfahrer

Quelle: dpa

Es mag viele Vorteile eliminieren, aber: Auch Radfahrer müssen sich an die Verkehrsregeln halten. Das umfasst das Überfahren von roten Ampeln, das Radeln gegen Einbahnstraßen, die dafür nicht freigegeben sind, ebenso wie Alkohol im Sattel. Wer die gesetzlichen Richtlinien unzulässig in seinem Sinn auslegt, erhöht die Unfallgefahr, da er im Straßenverkehr nicht einzuschätzen ist.

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Gehwege sind tabu

Radfahren

Quelle: picture alliance / dpa

Endet der Radweg, weichen viele Fahrradfahrer auf den Gehweg aus. Doch dort haben sie, sofern sie ihr Bike nicht schieben, nichts zu suchen. Die Unfallgefahr ist zu groß, da dort niemand ein viel zu schnelles Fahrrad erwartet. Die Benutzung der Gehwege gefährdet nicht nur den Radler, sondern auch Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer.

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Das Fahrrad regelmäßig überprüfen

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Quelle: Robert Haas

Man sieht sie überall, vor allem in größeren Städten: Räder, die so klapprig sind, dass sie nur noch der Rost zusammenhält. Im Gegensatz zu Autos gibt es keinen TÜV für Fahrräder. Trotzdem muss auch ein Rad in regelmäßigen Abständen gewartet werden. Das Material nutzt sich ab, die Bremsen lassen nach. Das kann sich fatal auswirken.

Mindestens zwei Mal pro Jahr sollte ein Fahrrad überprüft werden - einmal vor dem Winter und dann wieder zum Beginn der Fahrradsaison im Frühling. Wer nicht selbst Hand anlegen will, kann das in der Fachwerkstatt für wenige Euro erledigen lassen.

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Ein Helm kann Leben retten

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Quelle: www.pd-f.de / closca.co

Radfahrer sollten unbedingt einen Helm tragen! So banal diese Aussage anmutet, so sehr zeigt die Realität im alltäglichen Straßenverkehr, dass diese Botschaft bei Vielen noch nicht angekommen ist. Dabei zeigen viele Studien, wie wichtig der Kopfschutz ist. Forscher der Universität von Arizona in Tucson fanden beispielsweise heraus, dass Helmträger bei einem Sturz ein um 58 Prozent geringeres Risiko für schwere traumatische Hirnverletzungen haben. Ähnliche Zahlen veröffentlichte die Unfallforschung der Versicherer. Deshalb: Wer einen Helm trägt, fährt sicherer.

© sz.de/reek/harl/sks
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