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Top 5 - Auto-Meldungen der Woche:Die Wahrheit und nichts als die halbe Wahrheit

Etwa 9000 deutsche Elektro- und Hybridautos wurden 2014 zugelassen. Eine Studie zeigt: Die Hälfte davon haben die Hersteller selbst angemeldet. Skurrile Automeldungen der Woche.

Von Felix Reek

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Weniger Elektro- und Hybridautos als gedacht

Der VW Golf GTE beim Aufladen.

Quelle: Volkswagen AG

Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf deutschen Straßen fahren, 20 000 sind es zurzeit. Nicht die besten Voraussetzungen, um die Vorgabe von Kanzlerin Angela Merkel zu erfüllen. Sigmar Gabriel will das Ziel trotzdem nicht nach unten korrigieren. Vielleicht überdenkt das der Wirtschaftsminister noch einmal, wenn er die jüngste Studie des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen liest.

Demnach verkauften die deutschen Marken im Jahr 2014 insgesamt 1,879 Millionen Autos, davon 8463 mit Hybrid- oder Elektroantrieb. Einen großen Teil dieser Fahrzeuge meldeten die Hersteller aber selbst an, sei es als Testwagen, für Mitarbeiter oder Händlerbetriebe. Zieht man die ab, bleiben nur 4814 echte Neuwagenverkäufe mit Elektromotor. Der Golf GTE, die Plug-In-Hybridversion des meistverkauften deutschen Autos, wurde seit seiner Einführung in 2014 bisher 900 Mal zugelassen. Mehr als 800 davon von VW selbst.

Die Top-5-Automeldungen der vergangenen Woche

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Rolls-Royce Cullinan

Rolls Royce Cullinan Prototyp

Quelle: press-inform

Rolls-Royce, dieser Name steht für Noblesse und britisches Understatement. In diesen edlen Karossen fährt man nicht, man gleitet. Oder lässt sich chauffieren. Ein Rolls-Royce ist die Versinnbildlichung von Stil. Zumindest bis jetzt. In dieser Woche tauchte das Bild eines neuen Prototyps auf. Eine etwas verkürzte Phantom II Series, aufgebockt wie einst der Golf Country. Am Heck ein Spoiler, der auch Til Schweiger in "Manta, Manta" Spaß zur Ehre gereicht hätte.

Natürlich, das sei kein zukünftiges Modell, ließ die Chefetage des Automobilherstellers schnell verlauten. Mittels des Cullinan, so der Name des schwarzen Monstrums, teste man einen neuen Allradantrieb und die grundsätzliche Abstimmung für einen zukünftigen SUV. Der soll 2018 kommen. Ein Rolls-Royce im Gelände, dreckverschmiert? Das klingt ebenfalls nach Stilbruch. Aber wenigstens wird er wohl ohne Spoiler auskommen.

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Lada Granta

Die Limousine Lada Granta

Quelle: Lada

In dieser Woche erreichte uns folgende Pressemitteilung. Ausnahmsweise veröffentlichen wir sie hier ungekürzt: "Der Granta wird im Automobilwerk Avtovaz, Tolyatti, Russland, gefertigt und steht in der Basisversion für 6750 Euro ab Importzentrum bereit. Die Stufenhecklimousine wird optional gegen Aufpreis mit Leichtmetallfelgen, Metalliclackierung sowie Zentralverriegelung angeboten. Die Einführung des GRANTA Hatchback ist im zweiten Halbjahr 2015 vorgesehen."

Darunter ein unscharfes Diagramm, das offenbar im Kopierer zu groß eingestellt wurde, mit ein paar dahingeworfenen Leistungsdaten, ein Bild des betreffenden Autos, das war's. So verkauft Lada seine neue Limousine. Wir müssen zugeben: Wir sind begeistert. Die Händlerkonkurrenz hat in so wenigen Zeilen sonst noch nicht einmal verraten, ob es sich um ein Auto, eine Handtasche oder einen Schlüsselanhänger handelt. Lada hingegen hat alles gesagt, was zu sagen ist. So nüchtern und unprätenziös, wie der Granta aussieht.

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Ford Mustang von Revology Cars

Revology Cars Ford Mustang Replika

Quelle: Revolgy Cars

Das Label Retro im Automobilbau findet sich überall: im Fiat 500, im Mini, in der Neuauflage der amerikanischen Muscle Cars. Nichts verkauft sich so gut wie die Vergangenheit. Aber natürlich ist so ein aufgefrischtes Design nicht das Wahre, das Echte. Das dachte sich wohl auch Tom Scrapello, der 17 Jahre lang in der Tuningabteilung von Ford arbeitete. Er gründete Revology Cars und stellt in Handarbeit nagelneue Exemplare des 64er Mustang her.

5000 Arbeitsstunden stecken in dem Retromobil, unter dessen Haube ein Fünfliter-V8 mit 265 PS aus den 1990er Jahren von Ford schlägt. Ein aktueller Motor passte nicht in die Karosserie. Auch im Innenraum wurde modernisiert: Statt Beckengurten gibt es Dreipunktgurte, das Radio ist Bluetooth-kompatibel und einen Zündschlüssel braucht der Mustang auch nicht mehr. Nur der Preis ist wenig erfreulich: Etwa 110 000 Euro kostet die Neuauflage von Revology Cars, deutlich mehr als ein Original aus den 1960er Jahren. Und dreimal so viel wie der aktuelle Ford Mustang.

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Gurtmuffel auf dem Rücksitz

Gurt auf dem Rücksitz

Quelle: obs

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein: Wer in ein Auto steigt, schnallt sich an. Nicht nur, weil das seit 1976 gesetzlich vorgeschrieben ist, sondern auch, weil ihm an seiner eigenen Gesundheit und der seiner Mitfahrer etwas liegt. Offenbar sehen das nicht alle Autofahrer so. Ford befragte europaweit 7000 Erwachsene zu diesem Thema. Das Ergebnis: Ein Viertel davon besteht nicht darauf, dass sich Passagiere im Fond anschnallen. Außerdem ergab die Studie, dass ein Drittel der Befragten sich nie oder nur selten selbst auf dem Rücksitz anschnallt.

Die Quote ist besonders hoch bei Personen über 40. 46 Prozent von ihnen sind Gurtmuffel. Europaweit sind die Rumänen Spitzenreiter: 84 Prozent schnallen sich auf dem Rücksitz selten oder nie an.

© Sueddeutsche.de/harl/rus
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