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Pedelec im Test:Ein Rad für alle

Specialized Como SL

Großer Korb, tiefer Durchstieg: das Como SL von Specialized.

(Foto: Embry Rucker/Specialized)

Mit dem neuen Como SL präsentiert Specialized ein universelles Pedelec für viele Einsatzmöglichkeiten. Der labbrige Kettenschutz allerdings nervt.

Von Marco Völklein

Bevor der amerikanisch-schweizerische Hersteller Specialized ein neues Fahrrad auf den Markt bringt, erzählt Produktmanager Marco Sonderegger, dürfen Kolleginnen und Kollegen aus dem Haus die Prototypen testen. Beim neuen Como SL, berichtet Sonderegger, hätten die Kollegen aus Australien, wo ja zuletzt Sommer war, nur zwei Fragen gehabt: Wie viele Flaschen Bier passen in den Korb vorne rein? Und ist noch Platz für eine Fuhre Eiswürfel zum Kühlen?

Die Episode zeigt: Das Ziel der Specialized-Entwickler, ein genderneutrales Pedelec zu entwickeln, also ein Fahrrad mit Hilfsmotor, das Frauen und Männern gleichermaßen gefällt, dieses Ziel könnte erreicht werden. Und ein E-Bike, mit dem sich viele verschiedene Nutzungsszenarien abdecken: die Fahrt in die Arbeit ebenso wie der kurze Lebensmitteleinkauf nach Feierabend oder eben der Wochenend-Ausflug an den nahen Badeweiher. Firmenintern jedenfalls kam das neue Specialized Como SL bei Testerinnen wie Testern und sämtlichen Nutzergruppen gut an.

Und das, obwohl das Bike auf den ersten Blick doch eher wie ein klassisches Hollandrad wirkt. Die Sitzposition ist aufrecht, was zwar einen guten Überblick im Verkehr gewährleistet, sportliche Fahrerinnen und Fahrer aber eher abschreckt. Außerdem hat es einen tiefen Durchstieg. Und der große Korb, serienmäßig vor dem Lenker verbaut, wirkt zwar praktisch, aber zunächst doch eher unsexy.

Specialized Como SL

Die Preise für das Como SL beginnen bei 3499 Euro.

(Foto: Marco Völklein)

Wer sich dann aber draufsetzt und losdüst mit dem Como SL, der merkt schnell, dass dieses auf den ersten Blick etwas dröge Rad durchaus eine Menge Spaß bereiten kann. Der bis zu 35 Newtonmeter starke Motor schiebt gut an und arbeitet gut zusammen mit der von der SZ getesteten Acht-Gang-Schaltung von Shimano in der Hinterradnabe. Und die Kapazität des 320 Wattstunden fassenden Akkus reicht locker aus, um eine längere Radtour am Wochenende oder den Ausflug zum Baggersee zu schaffen. Wobei angemerkt werden muss, dass der Energiespeicher fest im Rahmen verbaut ist. Ihn abnehmen und in der Wohnung aufladen - das geht nicht.

Viel Stauraum, schicke Optik

Vor allem aber bietet der große Korb vorne viel Stauraum für allen möglichen Krempel - und wer noch mehr aufpacken will, der kann am stabilen Heckträger zusätzliche Taschen einhängen. Zudem sind sämtliche Kabel und Züge weitestgehend im Rahmen verstaut, was dem Como eine cleane Optik verpasst. Das Rücklicht ist ins Schutzblech integriert, ebenso aufgeräumt findet sich der Frontscheinwerfer unter dem Korb vor dem Lenker. Ebenfalls ein Pluspunkt ist das tief nach unten gezogene Schutzblech am Vorderrad, das die Hosenbeine weitgehend frei hält von Spritzwasser.

Im SZ-Test allerdings verfing sich schon bei der ersten Ausfahrt das Hosenbein des Fahrers im Kettenschutz - die kleinen Schräubchen konnten das etwas labbrige Plastikbauteil leider nicht an seinem Platz halten. Ansonsten aber konnte das Como überzeugen, auch wenn es preislich kein Schnäppchen ist: Für das Como SL 4.0 mit Kettenantrieb und Fünf-Gang-Nabenschaltung verlangt Specialized 3499 Euro, das Como SL 5.0 mit wartungsarmem Riemenantrieb und Acht-Gang-Nabe kommt auf 3999 Euro.

© SZ/bica
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