bedeckt München 15°

Kaufberatung:Überlegungen zu Reichweite, Fahrweise und Bremsen

Täglich zur Arbeit hin und zurück oder gelegentlich am Wochenende ins Umland: Wie weit die Strecken sein werden, die man durchschnittlich zurücklegen möchte, und wie oft das E-Bike genutzt wird, sind weitere wichtige Kriterien für die Kaufentscheidung. Davon ausgehend lässt sich abschätzen, wie lange der Akku ohne Aufladen durchhalten muss.

Wo wird der künftige E-Bike-Fahrer überwiegend unterwegs sein? Eher in der Stadt oder im Flachland? Werden eher gut befahrbare Untergründe wie Radwege genutzt oder geht es auch schon mal über holprige Feld- und Waldwege? Diese Überlegungen verraten viel über den in Frage kommenden Fahrradtypen, aber zum Beispiel auch über die notwendige Federung.

Fahrweise, Gepäck und Gewicht beachten

Eine kurze Selbsteinschätzung ist hilfreich bei der Entscheidung für ein bestimmtes Modell. Es gibt sehr viele Komfortmodelle, die sich durch tiefen Einstieg und eine bequeme Sitzposition auszeichnen, aber natürlich auch viele Modelle, die sportlichen Fahrern entgegenkommen.

Auch die alltägliche Nutzung des Fahrrads muss berücksichtigt werden. Welche Lasten sollen transportiert werden? Sind Sie eher mit Rucksack unterwegs oder wollen Sie auch den Wochen-Einkauf mit Ihrem Pedelec befördern? Planen Sie Ihr Kind in einem Sitz mitzunehmen oder wollen Sie einen Fahrrad-Anhänger benutzen? Aber Vorsicht: Dies ist zum Beispiel bei S-Pedelecs nicht erlaubt (mehr zu den verkehrsrechtlichen Bestimmungen lesen Sie hier).

Ein nicht zu unterschätzendes Kriterium für die Alltagsnutzung: Wo soll das E-Bike abgestellt werden? Pedelecs sind durch die Antriebseinheit deutlich schwerer als herkömmliche Fahrräder. Die meisten Modelle wiegen mehr als 20 Kilogramm, manche sogar knapp 30-Kilogramm. Pedelecfahrer sollten bedenken, dass das Rad womöglich über Treppen in die Wohnung oder in den Keller getragen werden muss. Zur Probefahrt gehört also unbedingt auch ein Probetragen.

Aufgrund des relativ hohen Gewichts von Elektrofahrrädern sind Fahrradträger für das Autodach für den Transport ungeeignet. E-Bikes benötigen zudem mehr Platz als herkömmliche Fahrräder. Die meisten Hersteller bieten inzwischen spezielle Heckträger an. Ideal für schwere Räder sind Auffahrrampen, die als Zubehör erhältlich sind. Die maximale Stützlast der Anhängerkupplung (zwischen 50 und 100 Kilogramm beim Pkw) darf bei der Beladung mit mehreren Rädern nicht überschritten werden.

Bremsen und Bedienelemente am Lenker

In Elektrofahrrädern sind oft hydraulische Felgenbremsen und Scheibenbremsen verbaut, die ein Laufrad schneller blockieren können als herkömmliche Bremsen. Das ist vor allem für Neulinge ungewohnt und kann zu Stürzen führen. Daher sollte bereits auf der Probefahrt das ungewohnte Bremsverhalten getestet werden. Testen Sie außerdem die Handauflage am Lenker: Sind die Bedienelemente für den Antrieb so angebracht, dass sie leicht und ohne die Hand vom Lenker zu nehmen zu betätigen sind? Ist die Menüführung intuitiv? Sind die Angaben auf dem Display auch bei völliger Dunkelheit oder starker Sonneneinstrahlung gut lesbar?

Akku und Versicherung

Der Akku ist bei den meisten Modellen zu entnehmen. Das ist praktisch, wenn Sie Ihr Elektrofahrrad nicht zur Steckdose schieben wollen (mehr zu Reichweite, Ladezeit und Lebensdauer von Pedelec-Akkus lesen Sie hier), aber auch vor dem Transport auf dem Heckträger ratsam. Falls das zu mühsam erscheint, ist es wichtig, elektrische Teile vor Nässe und Regen zu schützen. Auch durch Fahrtwind kann Feuchtigkeit in die Gehäuse gedrückt werden.

Der Akku sollte immer per Akkuschloss gesichert werden oder (zum Beispiel bei einem längeren Aufenthalt in einem Lokal) abgenommen werden. Der Ersatz ist nicht nur teuer, aufgrund des hohen Gewichts ist es mühselig, das Pedelec nach Hause zu bringen.

Selbst die stärksten Schlösser können nicht verhindern, dass gleich das ganze Pedelec gestohlen wird. Die Hausratversicherung springt ein, wenn dies nach Einbruch in einen verschlossenen Keller oder eine Garage geschieht. Kommt das außerhalb abgesperrte E-Bike weg, hilft nur eine Fahrradzusatzversicherung. Hierbei ist wichtig, dass der übliche Versicherungssatz (meist ein Prozent der Hausratversicherungssumme) dem Wert des Pedelec angepasst wird. Pedelecs mit Versicherungskennzeichen können relativ günstig als Zusatz zur vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung versichert werden. Spezialversicherungen sind meist teurer, bieten dann aber auch einen größeren Versicherungsumfang - etwa für den Fall, dass man selbst einen Unfall mit dem E-Bike verursacht.

Dieser Text entstand mit Material der Marktbeobachtung e-bike-finder.com.

© Süddeutsche.de/mike/dd/hart
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB