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Neuvorstellung Bugatti Chiron:Ein rollender Superlativ, in jeder Hinsicht

Das könnte man auch von den Entwicklern behaupten. Technisch gesehen ist der Chiron ein rollender Superlativ, in jeder Hinsicht. Für die Ingenieure bedeutete dies Physik in anderen Dimensionen. Schließlich soll das Auto auch bei einem Tempo von mehr als 400 km/h nicht die Bodenhaftung verlieren, soll der gigantische Sechzehnzylinder ausreichend Frischluft einatmen und die Bremsen diese Wahnsinnsenergie wieder abbauen können, ohne zu verglühen. Fatal wäre es zudem, würden die Räder auch nur die kleinste Unwucht aufweisen. Der Reifenhersteller Michelin, der den Chiron exklusiv mit seinen Pneus (285/30-20 vorn, 325/25-21 hinten) bestückt, hat fast fünf Jahre damit zugebracht, die passende Gummimischung zu entwickeln.

Ein wahres Stressprogramm durchlebt auch der Motor. Dessen Kühlwasserdurchsatz beträgt bei Vollgasfahrt 800 Liter je Minute. "Würde diese Menge aus einem Feuerwehrschlauch kommen, eine Badewanne wäre nach elf Sekunden gefüllt", sagt Entwicklungsleiter Willi Netuschil. Leer dagegen wäre der Tank. "Bei Maximaltempo sind die 100 Liter Inhalt nach acht Minuten weg", formuliert Netuschil die ungewöhnliche Verbrauchsangabe. Wer jetzt den Taschenrechner bemüht, sollte auf rund 190 l/100 km kommen. Die CO₂-Abgabe ersparen wir uns lieber. Bugatti dürfte den Chiron auf einen NEFZ-Normverbrauch um die 20 Liter zertifizieren. Der Vorgänger Veyron lag bei 23,1 Liter. So gesehen ist es ein Glück, dass die allermeisten Chiron in klimatisierten Garagen verschwinden und kaum einmal auf der Straße zu sehen sein werden.

Bugatti Veyron Pro verkauftem Renner 4,7 Millionen Euro Verlust
Auslaufmodell Bugatti Veyron

Pro verkauftem Renner 4,7 Millionen Euro Verlust

Mehr als 1000 PS und 400 Stundenkilometer - der Bugatti Veyron ist ein unvernünftiges Automobil. Nun endet die Produktion. Ein Abgesang auf ein Stück Technik, das keinen Sinn hat. Das aber auch nicht muss.   Von Felix Reek

Der Tacho reicht bis 500 km/h

Den Chiron-Eigner, so die Vermutung, dürfte mehr als der Verbrauch die Tatsache interessieren, dass der Acht-Liter-Motor schon bei 2000 Umdrehungen 1600 Newtonmeter ins Doppelkupplungsgetriebe schickt, und dass die 16 Zylinder mit ihren vier Turboladern bei 4000/min schon 900 PS abgeben, um schließlich bei 6700/min den Maximalwert von 1500 PS zu erreichen. Zwei Sekunden und ein Wimpernschlag vergehen, bis der Bugatti aus dem Stand die 100-km/h-Marke passiert. Kein Serienauto der Welt schaffte das bislang. Nach rund sechs Sekunden sind 200 km/h erreicht, nach weniger als 14 Sekunden schließlich die 300-km/h-Marke.

Optisch hat der 4,54 Meter lange und über zwei Meter breite Chiron deutlich gegenüber dem Veyron gewonnen. Das Design der Karbon-Karosserie stammt aus der Hand von Achim Anscheidt, von dem sein Chef Dürheimer behauptet, würde man ihn anschneiden, es käme blaues Blut aus seinen Adern, so intensiv hätte er die Marke verinnerlicht. Innen hat Anscheidt dem Chiron eine kühl-sportliche Atmosphäre gegeben, mit edelsten Materialien und feinster Handarbeitsqualität. "Alles, was Sie berühren, ist echt", sagt der Designchef, "nie würden wir galvanisierten Kunststoff als Metall verkaufen." Und auch kein digitales Cockpit. Sonst würde man im Stand ja gar nicht sehen, was einzigartig ist im Automobilbau - ein Tacho bis 500 km/h.

Genfer Autosalon 2016 1500 PS, 420 km/h, 2,4 Millionen Euro netto Bilder

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1500 PS, 420 km/h, 2,4 Millionen Euro netto

Der neue Bugatti Chiron zeigt: Es geht immer noch extremer. Echten Fortschritt zeigt auf dem Genfer Autosalon aber ein anderer Hersteller: Hyundai.

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