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Jaguar XJR:Lang und teuer

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Hinten bietet der XJR mit kurzem Radstand wenig Platz.

(Foto: WGO)

Wem ein Audi S8 zu gewöhnlich und eine Mercedes S-Klasse zu bieder ist, sucht exklusivere Alternativen. Von 2014 an gibt es eine neue bei Jaguar. Der Preis des XJR ist horrend, aber immerhin kostet die Langversion keinen Aufpreis. Ein erster Fahrbericht.

Die Kernkompetenz einer Luxus-Limousine beherrscht der Jaguar XJR mit Bravour: Bei einer Reisegeschwindigkeit von 120 km/h arbeitet der V8-Kompressor-Motor mit gerade einmal 1500 Kurbelwellenumdrehungen. Das sorgt im Innenraum für angenehme Ruhe. Lediglich leichte Windgeräusche und das schon deutlicher vernehmbare Abrollgeräusch der 20-Zöller stören.

Doch der Jaguar kann bei Bedarf auch brüllen: 550 PS und maximal 680 Newtonmeter Drehmoment kann die britische Limousine leisten. Dieses andere Gesicht der sportlichen Limousine lernt der Fahrer nach einem Druck auf den Knopf mit der Zielflagge in der Mittelkonsole kennen. Die digitalen Rundinstrumente färben sich dann rot, die Drehzahlnadel schießt nach oben und das englische Achtzylinder-Kraftwerk signalisiert mit einem dumpfen Grollen seine Bereitschaft, die volle Leistung des Wagens zur Verfügung zu stellen.

Die Langversion ist die bessere Wahl

Die variablen Dämpfer verhärten sich und ein Tritt auf das Gaspedal katapultiert das 1880 Kilogramm schwere und 5,25 Meter lange Automobil vehement vorwärts. Bereits nach 4,6 Sekunden sind 100 km/h erreicht, bei 280 km/h liegt die Höchstgeschwindigkeit. Dabei fällt auf, wie gut die ZF-Achtgang-Automatik mit dem Triebwerk harmoniert.

Wer trotzdem sein Glück in die eigene Hand nehmen will, kann jederzeit mit den beiden Wippen am Lenkrad eingreifen. Im Sport-Modus geht der Gangwechsel nur noch manuell und man kann die Schaltstufen noch weiter ausdrehen. Der Spaß hört nicht auf, wenn die ersten Kurven kommen. Die hydraulische Lenkung ist nicht das Maß der Dinge, aber direkt genug, um die Luxus-Limousine präzise um die Ecken zu zirkeln. Dabei ist der Unterschied zwischen der zwölf Zentimeter kürzeren Version kaum spürbar.

Sehr wohl aber im Innenraum. Während man in der längeren Variante bequem hinter einem erwachsenen Beifahrer sitzen kann, wird es in dem 5,13-Meter-Modell relativ eng. Bei beiden Versionen beengt die sehr breite Mittelkonsole die Insassen. Auch der Beifahrer-Fußraum ist nicht sehr geräumig und entspricht nicht dem, was man von einer Oberklassen-Limousine, die immerhin 141.310 Euro kostet, erwartet. Dass es hinten für Menschen, die größer als 1,90 Meter sind, um den Kopf herum eng wird, ist bei dem stark abfallenden Dach nicht verwunderlich. Da es beim Preis keinen Unterschied zwischen der Kurz- und der Langversion gibt, ist der Griff zur großen Variante fast schon obligatorisch. Zumal diese auch noch eleganter aussieht.

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Die Sportsitze des Jaguar XJR sind sehr bequem.

(Foto: WGO)