Elektrisches Verkehrskonzept:Diese Zauberboxen sollen Autos und Bahnen ersetzen

Lesezeit: 3 min

Next - The Future of Transportation

Die Next-Module sollen entweder einzeln oder im Verbund fahren können.

(Foto: Next)

Keine Vision mit selbstfahrenden Elektroautos geht so weit wie diese aus Italien. Fahren die Menschen der Zukunft in elektrischen Quadern - und bekommen dort gleich Kaffee serviert?

Von Thomas Harloff

Tommaso Gecchelin gestaltet Lampen, Möbelstücke, auch mal USB-Sticks und Türklinken. Das tut er nicht nur der schönen Formen wegen. Die Kreationen des italienischen Designers haben stets einen Hintergedanken, sie sollen praktischer und sicherer sein als die der anderen.

Zum Beispiel der Möbius, ein Auto, das Gecchelin 2010 gestaltet hat. Es zeichnet sich durch etwas aus, das die meisten Autodesigner heute eher vernachlässigen: die Rundumsicht. Dank der Form seines Aluminiumrahmens verlaufen die Fensterflächen fast rund um den Wagen herum. Zusätzlich sollen strategisch positionierte OLED-Kameras und -bildschirme dafür sorgen, dass die Möbius-Karosserie völlig frei von toten Winkeln ist - ein großer Sicherheitsgewinn.

Damit endet Gecchelins Vision des zukünftigen Straßenverkehrs nicht. Sein aktuelles Konzept geht sogar weit über diesen Ansatz hinaus. Er nennt es unbescheiden "Next - The Future of Transportation". Wieder geht es um ein Fortbewegungsmittel mit hervorragender Rundumsicht. Trotzdem ist Next ganz anders als der zwar futuristische, aber doch noch klar als Auto zu erkennende Möbius.

Autonom fahrender Quader mit Elektroantrieb

Wie andere Verkehrskonzepte basiert der Ansatz des Teams um Gecchelin auf elektrisch betriebenen, sich automatisch bewegenden Fahrzeugen, die auf regulären Straßen rollen. Der Italiener stellt sie sich als eine Art Quader vor, rundum verglast, identisch groß. Sie sollen so kurz sein wie ein Smart, aber doppelt so hoch. In einem dieser Quader könnten in der normalen Konfiguration bis zu sechs Passagiere sitzend mitfahren, weitere vier im Stehen. Sie sollen aber auch als Transporter genutzt werden, mit denen Paketdienste ihre Sendungen ausliefern, oder als Speisewagen mit Kaffeetheke und Bar-Ambiente.

Allein das wäre wohl noch keine große Idee, um die zunehmend verstopften Straßen in den Metropolen der Welt von Staus zu befreien. Deshalb geht Next einen Schritt weiter als etwa Google mit seinem selbstfahrenden Elektroauto. Gecchelins Quader sind modular aufgebaut. Sie können sich miteinander verbinden und während der Fahrt auch wieder lösen, wenn einzelne Passagiere abbiegen müssen. Der Rest dieser Baustein-Fahrgemeinschaft fährt weiter auf der eingeschlagenen Route.

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