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Datenschreiber fürs Auto:Bundestag will Black Box für Neuwagen

Kommt die Black Box ins Auto? Schon im Mai soll sich der Bundestag laut Medienberichten dafür ausgesprochen haben. Eine Studie würde belegen, dass das Gerät Autofahrer zu einer sichereren Fahrweise bringe. Doch eine endgültige Entscheidung kann nur die EU fällen.

Für Autos könnte in absehbarer Zeit der serienmäßige Einbau eines digitalen Unfalldatenspeichers vorgeschrieben werden. Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, hat sich der Bundestag bereits Ende Mai auf Empfehlung des Petitionsausschusses einstimmig für die sogenannte Black Box in Pkw ausgesprochen. Durch ein solches Gerät ließe sich ähnlich wie im Flugzeug feststellen, was in den Sekunden eines Unfalls passiert ist.

"Für mich ist die Blackbox im Auto ein weiterer Baustein, um zu mehr Verkehrssicherheit zu kommen", sagte der Verkehrssicherheitsexperte der Union, Gero Storjohann (CDU), der Zeitung. Es sei nicht selbstverständlich, "dass alle Fraktionen das so sehen". Vor einer Einbaupflicht würden allerdings zunächst datenschutzrechtliche Aspekte und Kostenfragen sorgfältig geklärt werden müssen. Die Geräte würden dem Bericht zufolge mehrere hundert Euro kosten.

Für eine verbindliche Ausrüstung aller Autos wäre laut Deutschem Verkehrssicherheitsrat, der das Verkehrsministerium berät, die EU zuständig, wie die Zeitung weiter berichtete. Demnach gibt es in Brüssel bereits derartige Pläne. Der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments habe die Kommission schon vor geraumer Zeit aufgefordert, einen Vorschlag mit einem Zeitplan und einem detaillierten Zulassungsverfahren bis Ende 2012 vorzulegen, der die schrittweise Einführung der Blackbox zunächst in Leihfahrzeugen, später auch in gewerblich genutzten und in privaten Fahrzeugen vorsieht.

Eine von der Europäischen Kommission vor zwei Jahren in Auftrag gegebene Studie hat außerdem gezeigt, dass bei einer Black-Box-Pflicht die Unfallzahlen um zehn Prozent gesenkt werden könnten, heißt es in der Online-Version des Zeitungsberichts. Experten rechnen demnach dann mit einer weniger riskanten Fahrweise.

© süddeutsche.de/afp/goro/pauk
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