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Infrastruktur:Wenig Besserung in Sicht

Wie groß der Handlungsbedarf ist, war schon Scheuers Vorgänger Alexander Dobrindt (CSU) bewusst: Er initiierte 2015 das "Sonderprogramm Brückenmodernisierung" und stellte bis Ende 2018 insgesamt 1,5 Milliarden Euro für Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung. Zuletzt wurde das Programm verlängert, die Mittel dafür bis 2022 auf insgesamt 4,1 Milliarden Euro aufgestockt. Für kleinere Maßnahmen gibt es einen zusätzlichen Topf.

Doch trotz dieser vergleichsweise hohen Investitionssummen ist nur wenig Besserung in Sicht. Denn im Schnitt verschlechtert sich der Zustand der Brücken zunehmend. Hatten die Ingenieure im Jahr 2005 noch knapp 20 Prozent der Brücken des Bundesfernstraßennetzes mit gut oder sehr gut beurteilt, sank der Wert im Jahr 2018 auf nur noch 12,4 Prozent. Und eine Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigt, dass erst 29 Prozent der im Jahr 2015 als vorrangig eingestuften Sanierungsarbeiten fertiggestellt wurden. Sachgebietsleiter Geuder spricht von einem "Sanierungsstau", der sich über die Jahre aufgetürmt habe - und der auch von der Politik zu spät angegangen wurde. "Eigentlich wurde bereits zwei Jahrzehnte lang zu wenig investiert", sagt Geuder.

Gerne würden er und sein Team mehr Arbeitstruppen zu den Brücken schicken, um die Infrastruktur rechtzeitig zu sanieren. Doch wie viele am Bau kämpfen auch die Straßen- und Brückenbauer mit einem Mangel an Fachkräften, auch in den Ingenieurbüros, die langfristige Instandsetzungen planen und überwachen. Dadurch wiederum steigen die Preise für die Sanierung, wodurch wiederum die bereitgestellten Gelder schneller aufgezehrt werden.

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