Dritte Generation des BMW X5:Fern von Fortschritt

Agiles Fahrverhalten, kraftvolle Motoren und sportliches Design kennzeichnen den BMW X5 seit Jahren und machen ihn zum Erfolgsmodell für die Münchner Autobauer. Darum geht BMW auch bei der dritten X5-Generation auf Nummer sicher - und modifiziert den Wagen nur leicht. Perfekt ist der Wagen deshalb nicht.

Von Wolfgang Gomoll, Vancouver

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(Foto: WGO)

Agiles Fahrverhalten, kraftvolle Motoren und sportliches Design kennzeichnen den BMW X5 seit Jahren und machen ihn zum Erfolgsmodell für die Münchner Autobauer. Darum geht BMW auch bei der dritten X5-Generation auf Nummer sicher - und modifiziert den Wagen nur leicht. Perfekt ist der Wagen deshalb nicht. Mehr als 1,3 Millionen Mal wurde der BMW X5 in den vergangenen Jahren verkauft und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen. Sogar in den ersten sechs Monaten dieses Jahres legte das SUV in den Zulassungsstatistiken nochmal zu, obwohl seine Ablösung schon feststand.

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Äußerlich ist der BMW Evolution statt Revolution. Der neue X5 hat mit seinen schmalen Leuchten, den LED-Augenbrauen, der dazu passenden Korona und der breiten Niere eine Optik im typischen BMW-Look, die durch das optionale LED-Licht zusätzlich an Präsenz gewinnt.

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Da der X5 auf der Architektur des Vorgängers basiert, sind die Maße nur wenig verändert. Also ist der SUV jetzt 4,89 Meter lang (3,2 Zentimeter mehr als der Vorgänger), 1,94 Meter breit (0,5 Zentimeter mehr als der Vorgänger) und 1,76 Meter hoch. Das bedeutet etwas mehr Platz auf der Rückbank und ein Kofferraum-Volumen bis zu 1870 Liter.

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Die zweigeteilte Heckklappe und der leicht ansteigende Boden erleichtern das Beladen des Gepäckabteils. Allerdings gibt es keinen Hebel, um die Rücklehnen der hinteren Sitze mit einer Handbewegung umzulegen, ebenso wenig wie ein Öffnen und Schließen der Heckklappe mittels einer Fußbewegung, wie es beispielsweise beim BMW Fünfer längst möglich ist.

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Das Cockpit wurde deutlich aufgewertet und ist dem Standard der aktuellen Modelle angepasst. Bei der Bedienung setzt es nach wie vor Maßstäbe. Neu ist ein Knopf, mit dem man alle Komfort-Assistenzsysteme, wie zum Beispiel den Spurwechselwarner mit einem Knopfdruck aktivieren kann. Feines Leder, bequeme Sportsitze, Klavierlack-Elemente und Applikationen mit verschiedenen Materialien sind von hoher Wertigkeit.

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Im Detail hat der X5 seine Schwächen. Die Belüftungshutzen links und rechts unter der Frontscheibe sind nicht exakt eingepasst ...

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... und die Plastikleiste der Heckklappe ist klapprig. Die versenkbaren Haken sind nicht sauber entgratet und warum das eingefettete Kofferraumschloss keine Schutzklappe hat, ist unverständlich. Immerhin kostet ein solcher Wagen mit dem gefahrenen V8-Motor mindestens 78.800 Euro. Dieser Grundpreis lässt sich mit der 35 Seiten dicke Preisliste deutlich steigern.

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Souveräner ist das SUV bei der Kernkompetenz eines jeden BMWs, der Agilität im Fahrbetrieb. Das Fahrwerk wurde größtenteils erneuert. Eine komplett überarbeitete Vorderradaufhängung sorgt für einen erhöhten Abrollkomfort, der sich auch in einer leiseren Akustik bemerkbar macht, außerdem in einer besseren Spurtreue.

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Mit dem adaptiven Fahrwerk Professional, das über eine Wankstabilisierung und mechanisches Torque-Vectoring an der Hinterachse das Drehmoment an einzelne Reifen leitet, fährt der 2175 Kilogramm schwere BMW schnell, unangestrengt und sicher. Allerdings kostet diese Technik 5100 Euro Aufpreis.

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Mit dem Komfort-Fahrwerk, das nicht über diese beiden Extras verfügt, funktioniert das Fahren noch immer gut, aber nicht ganz so dynamisch. Zwar neigt sich das SUV dann etwas in Kurven, aber die Dynamik ist für einen BMW noch ausreichend. Der Komfort ist dafür ein wenig besser. Mit den adaptiven Dämpfern kann der Fahrer diese bei Bedarf nachjustieren. Die beim X5 neue elektromechanische Lenkung hilft beim präzisen Zirkeln ums Eck.

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Der bekannte V8-Bi-Turbo-Motor mit 450 PS passt ziemlich gut zu dem dynamik-orientierten Auftritt. Vor allem die Laufruhe und die gewaltige, unmittelbare Kraftentfaltung begeistern. Das maximale Drehmoment liegt bei 650 Newtonmetern. Schon nach fünf Sekunden ist die 100-km/h-Marke geknackt und erst bei 250 km/h schiebt die Elektronik der Beschleunigung einen Riegel vor. Bei unseren Testfahrten verbrauchte der Top-Benziner bei sehr langsamer Fahrt 12,6 Liter Benzin im Durchschnitt.

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Umso wichtiger ist es, dass auch der 258-PS-Diesel ausreichend motorisiert ist. Er verbrannte 7,6 Liter im Schnitt. Der BMW X5 tat sich hingegen mit dem Basismotor, einem 218 PS starken Vierzylinder-Diesel, ziemlich schwer. Auf Wunsch ist der Wagen nun auch nur mit Hinterradantrieb anstatt des bisher optionalen Allradantriebs zu haben. Anmerkung der Redaktion: Die Reisekosten zur Präsentation des neuen BMW X5 in Vancouver wurden teilweise vom Hersteller übernommen.

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