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Autoklassiker (31): Mercedes C111:Schwaben-Keil

Flach und schnell, oben grellorange und unten tiefschwarz: Der C111 duckt sich so tief auf den Asphalt, als ob er ihn fressen wollte. Ein Trip durch Papenbúrgs Steilkurven in Mercedes' berühmtem Experimental-Renner.

Wie ein Ufo taucht der orangefarbene Keil am Horizont auf. Seine schwarze Unterseite verschwimmt mit der Straße, als habe er gar keine Räder. Erst wenn der Mercedes C111 mit Donnergrollen an einem vorbeizieht, sieht man, dass es sich um ein Auto handelt und nicht um einen Landgleiter aus "Krieg der Sterne".

Autoklassiker (31): Mercedes C111

Schwaben-Keil

Der flache Renner legt sich in die Steilkurve der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Papenburg. Der beste Platz ist jetzt natürlich hinter dem Steuer: Man wird in der Steilkurve mit voller Wucht in den Schalensitz gepresst, die Hände umklammern das Lenkrad mit dem schicken Holzkranz, bis die Knöchel weiß werden. Dabei könnten sie es bei vollem Tempo getrost loslassen - in der um fast 50 Grad geneigten Kurve bleibt der C111 ganz von selbst in der Spur.

Nach mehr als 30 Jahren hat Mercedes sein Experimentalfahrzeug wieder aus der Garage geholt. Behutsam gleitet man beim Einsteigen über den breiten Schweller des Flügeltürers, rutscht hinter das filigrane Steuerrad und schnallt den Vierpunktgurt um. Ein Gewirr aus Knöpfen und Instrumenten schafft einen Hauch Kampfjet-Atmosphäre.

Gert Straub von der Mercedes-Klassikabteilung gibt Startanweisungen: Erst die Zündung aktivieren, dann eine der beiden Treibstoffpumpen anwerfen, dann den Startknopf drücken und dabei leicht Gas geben. Ruckelnd und rülpsend erwacht der Mittelmotor hinter den Sitzen zum Leben.

Aber nicht etwa ein V8 oder Zwölfzylinder ist da vor der Hinterachse platziert, sondern ein Dreiliter-Diesel mit fünf Zylindern, Vorkammereinspritzung, Garrett-Abgasturbolader und Ladeluftkühlung. 190 PS und 363 Newtonmeter Drehmoment stehen auf dem Datenblatt. Mehr als genug, um den kaum 1,3 Tonnen schweren C111 mühelos auf 250 km/h zu beschleunigen. Der Basismotor vom Typ OM 617 LA ist jedem Taxifahrer bekannt, trieb er doch als 240 D den Strich-Achter und später den Mercedes Typ W123 an - in vielen Ländern der Erde sogar bis heute.

Das Lebensgefühl der siebziger Jahre

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