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Audi Q5 Hybrid:Es musste sein

Technik verzweifelt gesucht: Reine Elektroantriebe dauern noch, ein grüneres Image und saubereres Gewissen müssen aber sein. Weswegen Audi es nun mit einem modernen Hybridantrieb im Q5 versucht.

Es war einmal ein schöner Spruch: "Vorsprung durch Technik". Er erinnert an die Zeit, als Audi als Erfinder des quattro-Antriebs weltweit Aufmerksamkeit erregte und begeisterte, in den Jahren danach auch mal Skisprungschanzen hochfuhr und zum Premium-Hersteller aufstieg, mit entsprechenden Preisen und Gewinnmargen. Doch irgendetwas blieb auf der Strecke.

Audi Q5 Hybrid

Fürs bessere Gewissen

Sicher, bei der Gestaltung von Innenräumen, bei der Verwendung von amerikanischer Weißeiche, bei der Integration elektronischer Hilfs- und Entertainmentsysteme ist der Ingolstädter Hersteller immer noch die Benchmark, an der sich die anderen messen müssen. Nur: Die holen auf und sind oft auch schon auf Augenhöhe. Schichtholz hin oder her.

Und das hat Folgen, sogar im eigenen Konzernverbund. Im Moment sieht selbst das gerade vorgestellte VW Golf Cabrio moderner und schnittiger aus als sein Ingolstädter Pendant Audi A3 Cabrio, das nun wohl endgültig zum Ladenhüter verkommen dürfte. Dem etwas zu großen und zu schweren A5 Cabrio geht es nicht viel besser. Auch der monumentale Q7 wirkt inzwischen wie aus der Zeit gefallen, fast mehr noch als ein Porsche Cayenne. Und der kleine A1, obwohl ein nettes, sehr agiles und bei entsprechendem Kapitaleinsatz auch äußerst attraktives Kerlchen, bleibt weit unter den Erwartungen, die Audi hatte. Hoffnungsträger sehen anders aus.

Also soll es wie einst die Technik wieder richten - allein schon, um den schönen Werbespruch weiterhin glaubwürdig untermauern zu können. Das Einzigartige am quattro-Antrieb war ja, dass dessen Sinnhaftigkeit jedem sofort einleuchtete. Dass Audi nun Windräder auf hoher See errichten lässt, um in einem technisch durchaus ausgeklügelten, CO2-neutralen Prozess Autogas herzustellen, wird dagegen nicht unbedingt und sofort als ureigenste Audi-Domäne verstanden - zumal die entsprechenden Autos erst in zwei Jahren verfügbar sein werden.

Im A1 e-tron wiederum, einem der zahlreichen Elektroversuche, werkelt ein Wankel-Motor als Range Extender. Rückgriff auf ein Relikt der technischen Frühzeit, nur eine technische Spielerei oder in diesem Fall tatsächlich eine zukunftsweisende Idee, tauglich für den Massenmarkt? Auch eine Frage, die Audi noch nicht wirklich beantwortet hat.

Es wirkt ein wenig so, als ob die Ingolstädter Autobauer im Supermarkt der technischen Ideen vor den Regalen stehen und sich nicht entscheiden können: mal hier ein wenig rumprobiert, mal da ausführlicher getestet.

Was bleibt? Man geht auf Nummer sicher und bringt spät, aber doch, ein Hybridmodell: den Audi Q5 Hybrid. Von einem Vorsprung - diesmal zeitlicher Natur - kann zwar wieder nicht wirklich die Rede sein, dafür aber hat Audi modernste Akkus verbaut und eine ausgeklügelte Technik entwickelt.

Alternative Antriebe

Audis Hybrid- und Elektroflotte