40 Jahre VW Golf:Golf? Klasse!

Es braucht keine ADAC-Wahl, um festzustellen: Der VW Golf ist das Lieblingsauto der Deutschen. Als er 1974 auf den Markt kommt, läutet er für die kriselnde Marke die Wende zum Positiven ein. Heute ist er ein Bestseller mit bewegter Geschichte.

Von Thomas Harloff

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40 Jahre VW Golf:VW Golf Diesel von 1976

VW Golf I D von 1976

Quelle: Volkswagen AG

Es braucht keine ADAC-Wahl, um festzustellen: Der Golf ist das Lieblingsauto der Deutschen. Als er 1974 auf den Markt kommt, läutet er für VW die Wende zum Positiven ein. Heute ist er ein Bestseller mit einer bewegten Geschichte. SZ.de erzählt sie in Bildern.

Von Thomas Harloff

Deutschland 1974: Helmut Schmidt wird Bundeskanzler, Walter Scheel zum Bundespräsidenten gewählt und Günter Guillaume als DDR-Spitzel enttarnt. Zudem holt die DFB-Elf um Franz Beckenbauer den WM-Titel im eigenen Land. Als am 29. März des gleichen Jahres in Wolfsburg der erste VW Golf vom Band rollt, kann noch keiner ahnen, dass dies eine ähnliche geschichtliche Tragweite erlangen wird.

Als der erste Golf auf den Markt kommt, durchlebt VW eine seiner schwersten Krisen. Die Kundschaft akzeptiert die unzeitgemäßen Modelle mit luftgekühltem Boxermotor im Heck nicht mehr. Zudem hat die europäische Konkurrenz bewiesen, dass modern gestaltete Kompaktwagen, deren flüssigkeitsgekühlte Vierzylindermotoren die Vorderräder antreiben, erfolgreich sein können. So ist der Schritt vom rund- und niedlichen, aber technisch antiquitierten Käfer zum zeitgemäßen Golf mit kantiger Giugiaro-Karosserie zwar eine technische Revolution, aber gewiss kein Risiko.

Anfangs gibt es den Golf mit zwei Motoren. Das 1,1-Liter-Triebwerk leistet 50 PS, die 1,5-Liter-Variante ist 70 PS stark. Im Gegensatz zum zu diesem Zeitpunkt ebenfalls 50 PS starken Käfer hat der Neuling einen deutlich geringeren Spritverbrauch - ein Argument, dem im Zuge der Ölkrise 1973/74 viel Bedeutung zukommt. Noch sparsamer ist die 1976 vorgestellte Dieselversion (Foto), deren Normverbrauch bei nur fünf Litern liegt.

Die VW-Chefetage verspricht sich viel vom Neuling, aber mit einem so großen Erfolg haben selbst die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Der Golf setzt sich auf Anhieb an die Spitze der Verkaufscharts, schon im Oktober 1976 rollt das einmillionste Exemplar aus den Werkhallen. Der Grundstein für eine Erfolgskarriere ist gelegt.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf GTI von 1976

VW Golf I GTI von 1976

Quelle: Volkswagen AG

Im Zuge des Erfolges werden die VW-Techniker mutiger. Man könnte doch das neue Modell zum Volkssportler machen, denken sich Herbert Schuster und Alfons Löwenberg aus der Versuchsabteilung und installieren den 110 PS starken 1,6-Liter-Motor aus dem Audi 80 GTE im Golf-Bug. Dem Vernehmen nach geschieht die Entwicklung des ersten GTI lange Zeit ohne Wissen des Vorstandes, der angeblich erst informiert wird, als das Auto fast serienreif ist. Die Skepsis ist groß, aber als es kein Zurück mehr gibt, segnet der Vorstand das Projekt ab.

5000 Exemplare des anfangs 13 850 Mark teuren VW Golf GTI sollen verkauft werden, um die Chefetage zufrieden zu stellen. Als er 1976 auf den Markt kommt, findet er bereits im ersten Verkaufsjahr rund 50 000 Käufer, die den Mix aus viel Leistung und geringem Leergewicht lieben lernen. Gleichzeitig entsteht ein GTI-Kult, der nicht zuletzt der aufstrebenden Tuningszene zu verdanken ist. Inzwischen hat VW etwa 1,9 Millionen Golf-Exemplare mit GTI-Siegel verkauft.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf I Cabrio von 1987

VW Golf I Cabrio von 1989

Quelle: Volkswagen AG

Bezahlbare Cabrios waren stets eine VW-Domäne, die offenen Versionen des Käfers oder des Karmann Ghia erfreuten sich großer Beliebtheit. Dennoch dauert es fünf Jahre, bis die Wolfsburger dem Golf die Mütze vom Kopf ziehen. Dass ein fester Überrollbügel das Frischluftvergnügen schmälert, stört die Kundschaft nicht. Im Gegenteil: Das Sicherheitselement entwickelt sich zum wesentlichen Designmerkmal des ersten Golf Cabrios, bald etabliert sich der Spitzname "Erdbeerkörbchen". Der Viersitzer avanciert sogar zum Fernsehstar und legt nicht nur als Sascha Hehns Vehikel in der Schwarzwaldklinik souveräne Auftritte hin.

Dank seines romantischen Wesens wird das erste Golf Cabrio zum Dauerbrenner. Da VW bei der zweiten Golf-Generation auf eine Cabrio-Variante verzichtet, bleibt der erste offene Golf bis 1993 im Programm und muss bis dahin nur kleine optische Änderungen (1987 gibt es ein Facelift) in Kauf nehmen.

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40 Jahre VW Golf:VW Jetta I von 1979

VW Jetta I von 1979

Quelle: Volkswagen AG

Während GTI und Cabrio Kultstatus erlangen, muss sich der 1979 vorgestellte Jetta mit einem Platz außerhalb des Rampenlichts zufrieden geben. Die Stufenheck-Variante des Bestsellers findet nie Akzeptanz und muss sich im allgemeinen Sprachgebrauch als "Golf mit Rucksack" bezeichnen lassen. Nachdem auch die zweite Jetta-Generation vom Erfolg verschont bleibt, gibt es sogar eine offizielle Umbenennung: erst in Vento, dann in Bora. 2005 kehrt VW zur ursprünglichen Bezeichnung zurück, aber bis heute fristet die Stufenheck-Limousine hierzulande ein Schattendasein. An die 90 000 verkauften Einheiten seines Debütjahres kommt der Jetta in der Folge nie wieder heran.

Anders in den USA: Dort darf der Jetta seit seiner Markteinführung im Jahr 1985 den gewohnten Namen tragen und ist traditionell das beliebteste VW-Modell. Zeitweise ist der Jetta gar das bestverkaufte europäische Importauto auf dem nordamerikanischen Markt.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf II von 1983

VW Golf II von 1983

Quelle: Volkswagen AG

Nach knapp sieben Millionen verkauften Golf-I-Exemplaren wird es 1983 Zeit für einen Nachfolger. Im Vergleich zum Vorgänger wächst die zweite Generation in alle Richtungen, sie ist allein 17 Zentimeter länger und gut fünf Zentimeter breiter. Das sorgt für deutlich mehr Platz im Innenraum, weshalb der Golf II endgültig zum Familienauto avanciert. Zudem kehren im Laufe der Zeit technische Neuerungen ein: der geregelte Katalysator (1984) sowie ABS und Allradantrieb (beides 1986). VW stellt sogar Prototypen mit Elekro- und Hybridantrieb vor. In die Serienproduktion schaffen es die alternativen Antriebe allerdings nicht.

Doch Diesel- und Benzinmotoren reichen dem Golf, um seinen Status als Bestseller zu erhalten. Im Juni 1988 durchbricht der Kompaktwagen die Schallmauer von zehn Millionen verkauften Exemplaren. Von der zweiten Golf-Generation kann VW insgesamt 6,3 Millionen Autos an den Mann bringen.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf II GTI G60 von 1990

VW Golf II GTI G60 von 1990

Quelle: Volkswagen

In den späten achtziger Jahren stößt der Golf in neue Leistungsregionen vor. 1988 kommen der 210 PS starke und nur rund 70 mal produzierte G60 Limited sowie die Straßenversion des Rallye Golf, zu erkennen an den verbreiterten Kotflügeln und den eckigen Scheinwerfern, auf den Markt. Der Rallye Golf leistet 160 PS, genau wie der 1990 debütierende GTI G60. Alle drei Sportvarianten schöpfen ihre Kraft aus nur 1,8 Litern Hubraum. Das Geheimnis hinter den Leistungswerten ist der G-Lader. Dahinter verbirgt sich jedoch kein Turbolader, der die Wärmeenergie des Abgases zur Leistungssteigerung nutzt, sondern ein mechanisch angetriebener Spiralverdichter, der eher wie ein Kompressor funktioniert.

Obwohl ein GTI G60 mit einem Einstiegspreis von 35 650 Mark mehr als doppelt so teuer ist wie ein Basis-Golf, entwickelt er sich zum Sportwagen des kleinen Mannes und Lieblingsobjekt der Tuningszene. Die hochgezüchteten Motoren müssen fortan entsprechend viel Leid ertragen. Die Technologie zeigt sich den hohen Anforderungen nur selten gewachsen, zahlreiche G-Lader-Triebwerke sterben einen frühen Tod. Volkswagen erkennt das Problem, nimmt die Spiralverdichter bald wieder aus dem Programm und setzt fortan auf klassische Turboaufladung.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf Country von 1990

VW Golf Country von 1990

Quelle: Volkswagen AG

Experimente sind im Werdegang des VW Golf selten. Aber hin und wieder gibt es eines. In diese Kategorie fällt die wohl skurrilste Modellvariante des Wolfsburgers, der Golf Country von 1990. Bei Steyr-Daimler-Puch in Graz entsteht diese Geländewagen-Version, die nicht mehr über eine selbsttragende Karosserie verfügt, sondern auf einem robusten Leiterrahmen basiert. Dadurch wächst der Golf zwölf Zentimeter in die Höhe.

Die Bodenfreiheit von 18 Zentimetern und der obligatorische Schutzbügel an der Front verleihen dem Golf Country eine eigenwillige Optik, die nicht den Geschmack des Publikums trifft. Statt der geplanten 15 000 Einheiten finden nur gut halb so viele Exemplare des Offroad-Golfs einen Käufer. Schon Ende 1991 stellt VW die Produktion wieder ein. Ironie des Schicksals: Ab Mitte der neunziger Jahre entwickeln sich kompakte SUVs nach Vorbild des Trendsetters Toyota RAV4 zu Verkaufsschlagern. Gut möglich, dass der Golf Country ein paar Jahre später zum Erfolgsmodell avanciert wäre. So muss man konstatieren: Er war seiner Zeit weit voraus - zu weit.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf III VR6 von 1991

VW Golf III VR6 von 1991

Quelle: Volkswagen AG

Als im August 1991 die dritte Golf-Generation auf den Markt kommt, geht Volkswagen in die Vollen. Und zwar nicht nur bei der Formgebung, denn der Modellwechsel zum Golf III markiert die größte Design-Zäsur in der Geschichte des niedersächsischen Kompakten. Auch bei den Maßen - allein in der Länge wächst der Golf um mehr als 20 Zentimeter - und den Motoren vermelden die Wolfsburger neue Rekorde. Erstmals schlägt im Golf ein Sechszylinderherz, von nun an toppt der 174 PS starke VR6 (Foto) die Motorenpalette. Zudem halten Front- (1992) und Seitenairbags (1996) Einzug.

Allerdings legen sich erstmals Schatten über Volkswagens Prestigeobjekt. Unter der Ägide des Vorstandes José Ignacio López werden die Produktionskosten minimiert, was sich nachteilig auf die Qualität auswirkt. Der Kompaktwagen ist nachlässiger verarbeitet als gewohnt und es treten ungewohnte Rostprobleme auf. Trotzdem schreibt auch Golf Nummer drei die Erfolgsgeschichte fort. Er findet insgesamt 4,83 Millionen Käufer.

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VW Golf III TDI von 1993

Quelle: Volkswagen

1993 debütiert der 90 PS starke VW Golf III TDI mit der noch jungen Technologie der Diesel-Direkteinspritzung. Der Motor verspricht Genuss ohne Reue, denn er bietet dank Turboaufladung das Drehmoment hubraumstärkerer Saugmotoren, verbraucht wegen seines hohen Wirkungsgrades aber wenig Kraftstoff. Den Durchschnittsverbrauch gibt VW mit fünf Litern an, was einer Reichweite pro Tankfüllung von 1098 Kilometern (siehe Foto) entspricht. Ein Nachteil dieses Konzepts ist jedoch der raue Motorlauf, der für ein hohes Geräuschniveau sorgt und so den Fahrkomfort schmälert.

Zwei Jahre später folgt eine TDI-Version mit 110 PS. Die VW-Chefetage hält den Motor für stark genug, um ihn fortan auch in den GTI einzubauen. Eine konsequente Entscheidung angesichts des einsetzenden Dieselbooms, aber ein erster Schritt, das Markenzeichen dieser legendären drei Buchstaben zu verwässern.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf III Variant

VW Golf III Variant

Quelle: Volkswagen AG

1993 steht nicht nur im Zeichen des TDI-Motors. Im gleichen Jahr fächert VW die Modellpalette weiter auf und präsentiert nicht nur ein neues Golf Cabrio, sondern auch den ersten Kombi auf Golf-Basis. Der trägt den vom großen Bruder Passat bekannten Namenszusatz "Variant" und bietet einen zwischen 466 und 1425 Liter großen Kofferraum.

Sogar 550 Liter Fassungsvermögen bietet das Gepäckabteil der Stufenheckvariante des Golf III, die nach zwei Jetta-Generationen nun auf den Namen "Vento" hört. Doch auch die guten Platzverhältnisse können nicht verhindern, dass die Limousine wie ihre Vorgänger zum Ladenhüter avanciert.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf IV von 1997

VW Golf IV von 1997

Quelle: Volkswagen AG

Bereits nach sechs Jahren folgt der nächste Modellwechsel. Äußerlich tritt der Golf IV betont minimalistisch auf, die klare Linienführung verzichtet vollständig auf unnötige Schnörkel. Mit Erfolg, denn trotz kürzerer Bauzeit verkauft VW insgesamt 160 000 mehr Vierer- als Dreier-Golfs. Die technischen Neuerungen betreffen wieder vornehmlich die Sicherheitssysteme und die Motoren. Ab 1998 bietet VW das elektronische Stabilitätsprogramm ESP an, 2002 folgt die Benzindirekteinspritzung FSI.

Während seiner vierten Amtsperiode erreicht die Modellvielfalt des VW Golf ungeahnte Ausmaße. Neben dem drei- und fünftürigen Schrägheckmodell gibt es den Variant-Kombi, das Cabrio und die Stufenhecklimousine, die nun Bora heißt. Hinzu kommt eine Vielzahl an Benzin- und Dieselmotoren mit vier oder fünf Zylindern sowie mit Aufladung oder ohne. 2002 dann der Meilenstein: Volkswagen produziert das Golf-Exemplar Nummer 21 517 415. 28 Jahre nach seiner Markteinführung überholt er den Käfer.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf R32 von 2002

VW Golf R32 von 2002

Quelle: Volkswagen

2002 findet wieder ein Sechszylindermotor den Weg in den Maschinenraum des Golf. Dessen 3,2-Liter-Benziner leistet 241 PS und macht den R32 genannten Wolfsburger zum schnellsten Golf aller Zeiten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h, den Sprint von null auf 100 km/h absolviert er in 6,6 Sekunden. Noch zwei Zehntel schneller ist er, wenn das Direktschaltgetriebe DSG an Bord ist. Diese Automatik arbeitet mit zwei Kupplungen und wechselt die Gänge deshalb besonders schnell und komfortabel. Der R32 ist 2003 der erste Golf, in dem DSG zum Einsatz kommt. Heute ist es aus Volkswagens Modellpalette nicht mehr wegzudenken.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf V von 2003

VW Golf V von 2003

Quelle: Volkswagen AG

In seiner fünften Generation futtert sich der Golf etwas Hüftspeck an, das grazile Aussehen des Vorgängers geht ihm trotz nur leicht vergrößerter Dimensionen ab. Doch knapp 30 Jahre nach dem Debüt der ersten Generation merkt man dem Kompaktwagen, der längst Sinnbild seines Segments ("Golf-Klasse") geworden ist, den durchlaufenen Reifeprozess an. Dennoch gehen die Verkaufszahlen zurück, in fünf Jahren Bauzeit verkauft Volkswagen 3,4 Millionen Exemplare des Bestsellers. Die Konkurrenz ist härter geworden, immer mehr und vor allem bessere Gegner, darunter auch der Audi A3 oder der BMW 1er, machen den Kampf um Kunden für den Marktführer nicht gerade leichter. Und das, obwohl mit den per Turbo und Kompressor aufgeladenen TSI-Triebwerken eine komplett neue Motorengeneration Einzug hält.

Bemerkenswert: Nachdem das legendäre Kürzel zwischenzeitlich zu einer profanen Ausstattungslinie verkommt, gibt es nun wieder einen richtigen GTI. Sein Vierzylinder-Turbo mit zwei Litern Hubraum leistet 200 PS und macht aus dem Golf GTI wieder einen echten Sportler. Trotzdem gibt es auch wieder den R32 mit Sechszylindermotor, der nun 250 PS leistet.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf Plus von 2004

VW Golf Plus von 2006

Quelle: Volkswagen AG

2004 geht der Golf unter die Minivans. Bei fast gleicher Länge und Breite bietet der Golf Plus durch die um elf Zentimeter erhöhte Karosserie etwas mehr Platz im Innenraum. Das Konzept kommt an, vor allem ältere VW-Kunden wissen die Vorteile der erhöhten Sitzposition zu schätzen. Zwei Jahre später folgt der CrossGolf, dem einige Plastikplanken eine kernige Optik verpassen sollen. Dessen Abenteuerlust beschränkt sich jedoch auf das Aussehen. Darüber hinaus verfügt er über keinerlei Offroad-Features.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf VI von 2008

VW Golf VI von 2008

Quelle: Volkswagen AG

Nur fünf Jahre nach dem Golf V kommt 2008 die sechste Generation auf den Markt. Optisch und technisch ändert sich bei diesem Modellwechsel recht wenig, weshalb er eher den Charakter eines umfassenden Facelifts als einer kompletten Neukonstruktion hat. Im Zeitalter der elektronischen Fahrassistenzsysteme rüstet Volkswagen vor allem in diesem Bereich auf und spendiert dem Golf - meist gegen Aufpreis - eine automatische Fernlichtregelung, einen Parkassistenten, eine Berganfahrhilfe oder eine adaptiven Fahrwerksregelung, mit der die Stoßdämpfer per Knopfdruck härter oder weicher eingestellt werden können.

Es bleibt bei den bekannten Karosserievarianten: Drei- und Fünftürer, Kombi, Cabrio und Minivan. Die Motorenpalette ist umfangreich wie nie, das Spektrum reicht vom Spardiesel "BlueMotion" bis zum sportlichen Topmodell Golf R mit 270 PS. Auch eine Autogas-Variante ist verfügbar.

In seiner sechsten Generation bleibt der Golf ein Millionenseller, auch wenn der Absatz auf 2,85 Millionen Exemplare in vier Jahren schrumpft.

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40 Jahre VW Golf:VW Golf VII von 2012

VW Golf VII von 2012

Quelle: Volkswagen

Am 4. September 2012 fällt der Vorhang für Golf Nummer sieben. Bei dessen Entwicklung stand vor allem das Thema Kraftstoffeffizienz im Vordergrund. Trotz leicht gewachsener Maße haben ihn die Entwickler beim Modellwechsel auf Diät gesetzt, weshalb das Leergewicht im Vergleich zum Vorgänger um rund 100 Kilogramm geschrumpft ist. Ein Großteil der Gewichtsersparnis geht auf das Konto des modularen Querbaukastens MQB. Der Golf VII ist eines der ersten Autos des VW-Konzerns, das diese variable Plattform nutzt. In Zukunft sollen mehr als 40 Modelle darauf basieren. Polo bis Passat sowie deren Derivate von Audi, Seat und Skoda werden zukünftig auf dem MQB aufbauen.

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40 Jahre VW Golf:VW E-Golf von 2014

VW E-Golf von 2014

Quelle: Volkswagen AG

Zudem soll der Golf für Volkswagen den Weg ins Elektro-Zeitalter weisen. 2014 kommen sowohl der rein elektrisch betriebene E-Golf als auch der Golf GTE mit Hybridantrieb, dessen Batterien sich extern aufladen lassen, auf den Markt. Am anderen Ende des Spektrums steht der neue Golf R, der mit 300 PS der stärkste Serien-Golf der Geschichte ist.

Auch in seiner siebten Generation toppt der Golf unablässig die deutschen Verkaufscharts. Insgesamt hat Volkswagen inzwischen 30 Millionen Exemplare seines erfolgreichsten Autos verkauft. Ausruhen kann er sich auf seinen Lorbeeren allerdings nicht. Zwar schwärmt der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn von seinem Bestseller und sieht in ihm "das Herz der Marke Volkswagen". Gleichzeitig muss er seinen Konzern durch schwierige Zeiten führen. Winterkorn prognostiziert kürzere Modellzyklen bei künftigen Modellen und will diese mehr an den Kundenwünschen orientieren. Man darf gespannt sein, wie sich das auf den Kompaktklassen-Klassiker auswirken wird.

© SZ.de/hart
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