Zoo in den Niederlanden Affendame attackiert Kamera-Drohne

Treffsicher: Mit nur zwei Stockhieben holt Schimpansin Tushi eine Drohne aus der Luft.

Ein Filmteam wollte mit Hilfe einer Kameradrohne Luftaufnahmen von einer Affengruppe im Zoo der niederländischen Stadt Arnheim machen. Man weiß nicht, ob sich die Schimpansin Tushi von der Drohne bedroht fühlte, oder ob sie nur genervt war von dem brummenden Objekt. Jedenfalls stieg sie mit einem Zweig bewaffnet in ein Klettergerüst, und als die Kameradrohne in Reichweite schwirrte, schlug Tushi zu. Der erste Hieb ging noch daneben, aber bevor der Pilot ausweichen konnte, brachte der zweite Schlag das Fluggefährt zu Boden.

Der Luftkampf ereignete sich bereits im April. Am vergangenen Donnerstag legten Jan van Hooff und Bas Lukkenaar vom Royal Burgers' Zoo nun eine Analyse des Vorfalls in der Fachzeitschrift Primates vor. Sie sehen in dem Vorfall einen erneuten Beweis dafür, dass Schimpansen ihre Aktionen im Voraus planen können und entsprechend Werkzeug vorbereiten.

Ein Testflug der Drohne hatte bereits die Aufmerksamkeit der Schimpansen erregt. Als die eigentlichen Aufnahmen begannen, fackelte Tushi dann nicht lange. Die Kamera der Drohne erfasste während der Attacke das Gesicht der Schimpansin. Dieses sei angespannt gewesen, Tushi habe die Zähne gebleckt, berichten die Forscher. Doch ein Anzeichen von Furcht konnten sie in dem Video nicht entdecken. Daraus folgern Hooff und Lukkenaar, dass die Schimpansin nicht im Affekt reagierte, sondern mit Absicht auf die Drohne einschlug.

Die Schimpansen inspizierten das abgestürzte Objekt noch eine Weile lang, wie das Video zeigt. Dann verloren sie das Interesse.