Vulkanausbrüche Tödliche Gefahr durch Islands Feuerberge

Als 1783 der Laki auf Island ausbrach, starben in ganz Europa Menschen aufgrund der Luftverschmutzung. Forscher haben nun simuliert, welche Auswirkungen ein ähnlicher Ausbruch heute hätte. Sie rechnen mit 142.000 Toten.

Von Christopher Schrader

Islands Vulkane haben ihre Macht zuletzt im Frühjahr 2010 gezeigt, als ein Ausbruch des Eyjafjallajökull den Flugverkehr in Teilen Europas lahmlegte.

Wissenschaftler der University of Leeds gehen davon aus, dass eine Katastrophe wie der Ausbruch des Vulkans Laki 1783 in Europa zu tödlicher Luftverschmutzung führen könnte.

(Foto: Petr Broz)

Doch die Feuerberge der Insel sind auch zu weit heftigeren Eruptionen fähig. So war 1783 der Laki ausgebrochen und hatte Europa einen sehr harten Winter beschert, als die vorherrschenden Westwinde den Auswurf hertrugen.

Britische und amerikanische Forscher haben nun simuliert, was ein solcher Ausbruch im heutigen Europa auslösen könnte (PNAS, online).

Sie erwarten 142.000 zusätzliche Todesfälle im Jahr nach dem Ausbruch, vor allem durch das Einatmen des ausgestoßenen Feinstaubs.

Besonders betroffen wären der Südosten Englands und die Benelux-Staaten mit der Gegend um Aachen, wo jeweils mehr als 7000 Menschen mehr als sonst an Lungen- oder Herzerkrankungen sterben könnten.