UN-Klimakonferenz in Durban Deutschland sagt Millionen für Klimaschutz zu

Die Bundesrepublik bewirbt sich um den Sitz eines milliardenschweren Klimaschutzfonds. Zugleich verspricht Umweltminister Röttgen den Entwicklungsländern weitere 40 Millionen Euro Hilfe im Kampf gegen die Folgen der Erderwärmung.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) möchte den Sitz des sogenannten Grünen Klimafonds nach Deutschland holen. Das sagte Röttgen am Mittwoch vor dem Plenum des Klimagipfels in Durban. Der Klimafonds soll ab 2013 aufgebaut werden und dazu beitragen, dass die Entwicklungsländer ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar (74 Milliarden Euro) zur Anpassung an den Klimawandel und für den Klimaschutz erhalten. Röttgen verwies darauf, dass Deutschland bereits 1,25 Milliarden Euro im Jahr 2010 und rund 1,8 Milliarden Euro 2011 für internationale Klimaprojekte ausgegeben habe. Damit seien rund 100 Länder unterstützt worden. Röttgen sagte auch weitere finanzielle Unterstützung zu, beispielsweise 40 Millionen Euro für erste Maßnahmen in Entwicklungsländern.

Bundesumweltminister Röttgen will den Grünen Klimafonds nach Deutschland holen.

(Foto: dpa)

Unterdessen warnen Forscher, dass die ohnehin fraglichen Ziele des Klimagipfels wohl nicht ausreichen, um drastische Klimaveränderungen zu verhindern. Auf der Konferenz in Durban diskutieren derzeit die Umweltminister der Länder darüber, wie sich die Erderwärmung auf zwei Grad beschränken lässt - ausgehend von dem Niveau vor der Industrialisierung. Denn jenseits einer solchen Temperaturerhöhung muss die Menschheit mit kaum mehr beherrschbaren Folgen für die Natur und die Menschheit rechnen.

Nachdem Klimaexperten bereits gewarnt haben, dass schon die diskutierten Einschränkungen eher zu einer Erwärmung um 3,5 Grad führen, setzt ein US Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde Nasa nun noch eins drauf: "Selbst wenn wir in der Lage wären, die Erderwärmung auf zwei Grad über der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, könnte die Erde innerhalb dieses Jahrhunderts drastische und schnelle Klimaveränderungen erleben", warnt Jim Hansen, Direktor des Goddard Institute for Space Studies in New York.

Gemeinsam mit Ken Caldeira von der kalifornischen Stanford University und Eelco Rohling von der britischen Southampton University hat Hansen sich die Klimageschichte der Erde angeschaut. Immer wieder haben sich in den vergangenen Millionen Jahren Eis- und Warmzeiten abgewechselt. Daten über diese Veränderungen zeigen, wie Treibhausgase sich auswirken, so erklärte Hansen jetzt auf dem Jahrestreffen der American Geophysical Union in San Francisco. Demnach sei das Klima stärker von den Emissionen abhängig als bislang vermutet.

"Wir sind weniger als einen Grad Celsius entfernt von einer Zeit, als der Meeresspiegel etliche Meter höher lag als heute", warnt Hansen. Die paläoklimatischen Daten deuten darauf hin, dass das Ziel, die Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken, nicht ausreichen wird, um dramatische Klimaveränderungen zu verhindern.

Vielmehr sei dieses Ziel "ein Rezept für langfristige Katastrophen", erklärte Hansen dem Online-Magazin LiveScience. Schließlich gebe es bereits erste Zeichen von Veränderungen, die die Klimasituation verschärfen werden. So gebe es Hinweise darauf, dass die Eisdecken schmelzen.

Eine Erwärmung um zwei Grad werde zu einer eisfreien Arktis und einem Anstieg des Meeresspiegels um Dutzende Meter führen, so Hansen. "Wir können nicht sagen, wie lange es dauern wird", erklärte er dem Magazin. Aber die Erde werde dann " eindeutig ein anderer Planet" sein.