Umwelt Brummer in Gefahr

Nach dem Bienensterben sorgen sich Obstbauern und Wissenschaftler jetzt auch um die Hummeln: In den USA brechen die Bestände der Insekten ein.

Von Katrin Blawat

Nachdem Obstbauern und Wissenschaftler lange Zeit vor allem das Bienensterben beschäftigt hat, sorgen sie sich nun auch um Hummeln.

Wie ein Team um den Insektenkundler Sydney Cameron von der University of Illinois berichtet, sind in den USA vier der acht untersuchten Hummelarten sehr selten geworden (PNAS, online).

Ihr Vorkommen schrumpfte vor allem im vergangenen Jahrzehnt um bis zu 90 Prozent, wie Camerons Analysen in 40 Bundesstaaten gezeigt haben. Auch das Gebiet, in dem die Hummeln vorkommen, sei erheblich kleiner geworden.

Aus Europa und kleinen Studien in den USA wusste man bereits von schrumpfenden Hummel-Beständen. Wie verbreitet das Problem jedoch in den USA ist, sei bislang nicht untersucht worden, sagt Cameron.

Die Forscher verglichen historische Daten aus Naturkundemuseen mit ihren eigenen Beobachtungen aus den Jahren 2007 bis 2009. Die Forscher konzentrierten sich auf vier Hummelarten, bei denen es Hinweise auf schrumpfende Populationen gegeben hatte, sowie auf vier weitere Arten, die als stabil galten.

Auffällig viele Exemplare der betroffenen Arten Bombus occidentalis und Bombus pensylvanicus waren mit dem Darmparasiten Nosema bombi infiziert.

Ob der Pilz die Ursache für das Hummelsterben ist oder vielmehr die Folge einer anderen, noch unbekannten Ursache, sei noch unklar. Die Forscher stellten fest, dass die gefährdeten Arten in kleinen Gruppen lebten, in denen sich die Individuen genetisch stark ähnelten. Dies erschwert es, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.

Wirtschaftliche Einbußen könnten die Folge des Hummelsterbens sein. Einigen Schätzungen zufolge bestäuben Hummeln bis zu 15 Prozent aller in den USA angebauten Pflanzen, vor allem Tomaten-, Erdbeer- und Paprikapflanzen in Gewächshäusern.kabl