Technik gegen Mensch Computer besiegt Meister im Brettspiel "Go"

Bei dem Brettspiel Go müssen die Spieler möglichst viel Raum auf dem Spielfeld für sich erobern.

(Foto: AP)

Das chinesische Brettspiel "Go" galt bislang als zu komplex für ein Computerprogramm. Doch nun musste erstmals ein amtierender Meister eine Niederlage gegen die Maschine einstecken.

Eigentlich sind es nur weiße und schwarze Steinchen, die auf ein rechtwinkeliges Raster gelegt werden müssen. Keine Bauern, Springer oder Türme. Was also macht das aus China stammende Brettspiel Go so viel komplexer als Schach?

Tatsächlich ist die Zahl der möglichen Spielzüge und -verläufe viel größer, weshalb Computer bis vor Kurzem das Go-Spiel noch nicht auf meisterlichem Niveau beherrschten. Doch diese Hürde scheint genommen zu sein. Die Zeitschrift Nature berichtet in der aktuellen Ausgabe von einem neuartigen Computerprogramm der Firma Google DeepMind, das den amtierenden europäischen Meister Fan Hui in fünf Partien fünfmal geschlagen hat.

Die Software "AlphaGo" benutzt eine Netzwerk-Analyse, wie sie auch für Gesichtserkennungsprogramme verwendet wird, um Spielstellungen zu bewerten und eigene Züge zu ermitteln. Ziel des Spiels ist es, möglichst viel Raum auf dem gerasterten Spielbrett zu gewinnen - eine Aufgabe die einfacher klingt, als sie ist.

Das Können menschlicher Spieler unterscheidet sich bis in die Weltspitze hinein enorm. Ein Go-Meister mit dem 9. Dan muss in Turnieren einem Spieler mit 4. Dan die Differenz in Form fünf zusätzlicher Spielsteine überlassen. Fan Hui hält den 2. Dan. Wie sich "AlphaGo" auf höchstem Niveau schlägt, soll bei einer Begegnung mit dem koreanischen Rekordmeister Lee Sedol geklärt werden.