Meeresbiologie Ninja-Hai im Pazifik gesichtet

Ninja-Haie Etmopterus benchleyi, Ninja-Haie

(Foto: Pacific Shark Research Center)

Klingt gefährlich, ist er aber nicht: US-Forscher haben eine neue Hai-Art entdeckt. Und sich bei der Namensgebung von Kindern inspirieren lassen.

Von Felix Hütten

Es gibt diesen Mythos des gefährlichen Killerhais, der den friedlichen Badegast am Schwimmring erkennt, heimtückisch attackiert und lustvoll zerfleischt. Der US-Autor Peter Benchley schrieb diese Geschichte 1974 nieder, heraus kam "Der Weiße Hai" - ein Millionenbestseller und mit Steven Spielbergs Verfilmung auch noch der Startschuss des erfolgreichen Horrorhaifilm-Genres. Benchley selbst soll es stets bereut haben, dass sein Werk eine generationenübergreifende Hai-Panik ausgelöst hat und sogar in unseren Breitengraden über einen Haialarm am Müggelsee nachgedacht wird.

Hai-Autor Benchley jedenfalls wurde jetzt post mortem von kalifornischen Wissenschaftlern geehrt. Die Meeresbiologen Victoria Vásquez und David A. Ebert vom Pacific Shark Research Center haben an den Pazifikküsten von Costa Rica und Panama eine neue Art des sogenannten Laternenhais (Etmopterus) entdeckt. Der Name des neu entdeckten Fischs: Etmopterus benchleyi.

Der Schein trügt

Der Name "Laternenhai" kommt von einer bezaubernden Eigenschaft der Tiere: Sie tragen Leuchtorgane am Körper, mit denen sie einen bläulich-grünen Schimmer erzeugen. Sehr wahrscheinlich dient dieser Schein zum Trügen von Feinden, die den Hai aus der Tiefe der Ozeane beobachten. Um im Kontrast der hellen Meeresoberfläche nicht aufzufallen, imitiert der Laternenhai diese und schwindet unerkannt davon.

Haie haben Charakter

Verfügen Haie über Züge einer Persönlichkeit? Sieht so aus: Die Beobachtung von heranwachsenden Katzenhaien legt nahe, dass sich die Tiere in etwa so verhalten wie Teenager auf dem Schulhof. Von Sebastian Herrmann mehr ...

Der jetzt neu entdeckte Hai Etmopterus benchleyi kann das auch. Nur mit dem Unterschied, dass dieser nicht grün-blau, sondern schwarz glänzend durch den Pazifik jagt. Die Wissenschaftler, so ist es in ihrer Studie zu lesen, wollten die Begeisterung des Namengebers Peter Benchley weitertragen und erlaubten vier jungen Hai-Fans im Alter zwischen acht und 14 Jahren, einen für Kinder leichter auszusprechenden Namen für die Fische zu finden.

Die Kinder, offenbar Verwandte der Hauptautorin der Studie, entschieden sich für den Namen Ninja-Hai. Denn der stahlglänzende Schimmer der Tiere erinnerte sie an japanische Ninjakämpfer.

Klein und tief

Ganz so gefährlich wie Ninjas ist der Hai nicht. Er misst gerade mal 30 bis 50 Zentimeter und wurde in 800 bis 1400 Meter Tiefe entdeckt. Zwar tragen die Tiere scharfe Zähne und sind flink, doch Badegäste mit Schwimmringen haben einen Angriff eher nicht zu befürchten.

Wer hat Angst vorm Weißen Hai?

An der kalifornischen Küste werden derzeit so viele Haie gesichtet, dass vom "Sharktober" die Rede ist. Nun wurde ein hungriger Hai zum Medienstar. Von Beate Wild mehr ... Kolumne