Katzen Katzen bedrohen Vogelarten

Viele Menschen lieben Katzen als kuschelige Haustiere. Aber die Raubtiere sind in der Lage, ganze heimische Vogelarten auszurotten, warnen Experten. Sie sind der größte Feind junger Vögel.

Von Claudia Füssler

Ein Glöckchen kann Leben retten. Zumindest dann, wenn es am Hals einer Hauskatze baumelt. Die ist einer jetzt veröffentlichten Studie zufolge der größte Feind der Vögel (The Journal of Ornithology, online).

Die Katze ist der größte Feind des jungen Vogels.

(Foto: AFP)

Der jungen Vögel, wenn man es genau nimmt.

Ein Forscherteam um den amerikanischen Biologen Peter Marra am Smithsonian Conservation Biology Institute und der Towson University in Maryland hat drei Katzendrosselpopulationen in Washingtoner Vorstädten beobachtet. Ihr besonderes Augenmerk galt den gerade flügge gewordenen Jungen.

Von denen starben 61 Prozent, bevor sie eigenständig wurden. In knapp 80 Prozent der Todesfälle fielen die Vögel einem Fressfeind wie der Erdnatter, dem Bussard, der Ratte oder eben der Hauskatze zum Opfer.

Auf das Konto der Letzteren gingen 47 Prozent der getöteten Jungvögel. Je mehr Katzen in der Gegend lebten, umso mehr Todesfälle gab es unter den Drosseln.

Stellenweise seien die Verluste so dramatisch gewesen, dass die Vögel sie nicht ausgleichen konnten und die nächste Generation entsprechend dezimiert war. "Katzen sind in der Lage, heimische Arten auszurotten", warnt Marra, räumt aber gleichzeitig ein, dass bei ausgewachsenen Vögeln nach wie vor Kollisionen mit hohen Gebäuden, Fenstern und Masten die häufigste Todesursache seien.

Amerikanische Tierschützer prangern schon lange den Jagdeifer der Hauskatzen an und fordern, die Tiere in der Wohnung zu halten und draußen an der Leine zu führen.

In Deutschland halten Experten dieses Vorgehen für übertrieben, zumal Vögel neben der Katze noch andere natürliche Feinde haben.

Ihr Kompromissvorschlag: Ein Glöckchen um den Katzenhals warnt den Vogel.

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