Hirnforschung Lernen gegen Demenz

Bildung kann offenbar Hirnschäden kompensieren: Wer viel Zeit an Schulen und Universitäten verbringt, entwickelt Symptome einer Demenz später.

Von Britta Verlinden

Wer viele Jahre in Schule und Universität verbringt, senkt sein Risiko, an Demenz zu erkranken.

Menschen, die eine längere Ausbildung genossen haben, entwickeln zu Lebzeiten offenbar weniger Symptome einer Demenz.

(Foto: dpa)

Längere Bildungszeiten scheinen allerdings nicht vor typischen Veränderungen des Hirngewebes zu schützen, sondern vielmehr vor den Symptomen der Krankheit, berichten britische und finnische Forscher in der Fachzeitschrift Brain (Bd.133, S.2210, 2010).

Die Wissenschaftler untersuchten die Gehirne von 872 verstorbenen Probanden, die an drei großen Altersstudien teilgenommen hatten.

Dabei zeigte sich, dass es nicht vom Bildungsgrad abhing, ob sich Gehirngewebeschäden wie Alzheimer-Plaques, kleine Infarkte oder eine Hirnschrumpfung fanden. Jedoch entwickelten Probanden, die eine längere Ausbildung genossen hatten, zu Lebzeiten weniger Symptome einer Demenz. Mit jedem zusätzlichen Bildungsjahr sank das Krankheitsrisiko um elf Prozent.

"Bildung scheint manche Menschen dazu zu befähigen, viele Veränderungen ihres Gehirns zu kompensieren, bevor Symptome einer Demenz auftreten", sagt Hannah Keage, Co-Autorin der Studie. Kritiker geben zu bedenken, dass Patienten mit höherem Bildungsgrad eine beginnende Demenz vielleicht auch einfach besser verstecken.