Verbraucherschutzministerium, Gesundheitsministerium, Robert-Koch-Institut und Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: In Deutschland mangelt es nicht an Behörden, die sich um den gefährlichen Darmkeim Ehec kümmern. Doch trotz der inzwischen 18 Todesfälle scheint niemand an die verunsicherten Bürger zu denken.
Sie habe keine Angst vor Ehec, sagt die Ministerin und beißt herzhaft in eine frisch geerntete spanische Gurke. Clara Aguilera, Andalusiens Landwirtschaftsministerin, macht klar: Spanisches Gemüse ist sicher. Der Biss in die Gurke war auch eine Botschaft in Richtung Deutschland. Ilse Aigner, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Berlin, hat zum ersten Mal am 25. Mai vor Gurken, Tomaten und Salat gewarnt. Seit dem 26. Mai steht der Verdacht im Raum, dass Gurken aus Spanien die Ursache für die Hunderten mit dem Ehec-Bakterium infizierten Kranken in Deutschland sind.
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Zurückhaltendes Krisenmanagement: RKI-Präsident Reinhard Burger, Gesundheitsminister Daniel Bahr und Verbraucherministerin Ilse Aigner bei einer Pressekonferenz am 30. Mai in Berlin. (© dapd)
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Seither hat man von Ilse Aigner wenig gehört. Mal war die CSU-Politikerin in der Bild am Sonntag, mal im ZDF-Morgenmagazin, sie hat die Warnungen wiederholt und aufrechterhalten. Plakative Aktionen nach dem Vorbild der spanischen Kollegin erwartet in Deutschland wohl kaum jemand. Doch angesichts von 18 Toten, Hunderten Infizierten und Millionen verunsicherten Bürgern ist Deutschlands oberste Verbraucherschützerin erstaunlich schweigsam. Aigner wiederholt die Warnung vor Gemüse und verweist immer wieder auf den Krisenstab, der seit dem 25. Mai der Spur des Ehec-Erregers folgt.
Noch zurückhaltender ist Gesundheitsminister Daniel Bahr. Zunächst hatte sich der FDP-Politiker gegen die Einrichtung eines Krisenstabes ausgesprochen. Beim Ärztetag in Kiel zeigte er sich am Mittwoch zuversichtlich, dass die Infektion beherrschbar sein wird und erinnerte noch einmal an die Empfehlung, Gemüse nicht roh zu essen und sich regelmäßig die Hände zu waschen. Außerdem lobte Bahr den Einsatz der Mediziner: "Sie schaffen es, die Verunsicherung der Bevölkerung abzubauen."
Gesundheitsminister Bahr ist erst seit drei Wochen im Amt und musste sich seitdem schon um die pleitegegangene Krankenkasse City BKK und ihre auf der Straße stehengelassenen Versicherten kümmern. Ilse Aigner sitzt jedoch schon seit Oktober 2008 dem Verbraucherschutzministerium vor und sollte Krisenerfahrung haben. Doch schon in der Dioxin-Krise Anfang dieses Jahres wurde ihr allzu zögerliches Verhalten kritisiert.
"Offene Kommunikation ist in so einem Fall ein Muss", sagt Elvira Drobinski-Weiß, die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD, und verweist auf die vielen verunsicherten Bürger: "Frau Aigner und Herr Bahr sollten sich jetzt hinstellen und der Bevölkerung klarmachen: Wir arbeiten mit aller Kraft daran, dass der Ehec-Erreger so bald wie möglich gefunden wird." Bisher entstehe eher der gegenteilige Eindruck.
Die Grünen lasten der Bundesregierung besonders an, die Bürger trotz der steigenden Zahl von Erkrankungen im Stich zu lassen. Hilfe der Bundesregierung etwa in Form einer zentralen Anlaufstelle suche man vergebens, kritisiert die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, Nicole Maisch.
Das offenbart ein weiteres Problem des Ehec-Krisenmanagements: Verschiedene Behörden sind für Ehec zuständig, allein der Bürger weiß nicht, von wem er aktuelle und verlässliche Informationen erwarten kann. Die Verbraucher wurden zwar schnell gewarnt und umfassende Erklärungen zu Hygienemaßnahmen und allgemeinem Hintergrund einer Infektion veröffentlicht. Doch die im Internet verbreiteten Informationen über die Ausbreitung der Seuche, das Vorgehen der Fachleute und die Infektionsquelle sind nach wie vor spärlich.
Auf der Internetseite des Bundesgesundheitsministeriums beschränkt man sich auf die Ernährungsempfehlung von Minister Bahr von Ende Mai. Darüber hinaus gibt es Links auf weitere Behörden wie das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Ähnlich ist es beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dass das Bundesministerium für Gesundheit ein Bürgertelefon eingerichtet hat, erfährt man interessanterweise hier, und nicht dort.
Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschränkt sich auf allgemeine Hygiene- und andere Empfehlungen zur Vermeidung einer Ehec-Infektion. Auf die Epidemie selbst geht man beim Bundesinstitut für Risikoforschung zwar ein, allerdings ist auch hier die aktuellste Meldung, dass die Ehec-Keime auf den spanischen Gurken nicht für den gegenwärtigen Krankheitsausbruch verantwortlich sind.
Die RKI-Seite mit "Informationen zum EHEC/HUS-Ausbruchsgeschehen" datierte bis an diesem Freitagmittag auf den 1. Juni (Mittwoch). Die Zahl der Todesopfer betrug hier noch neun, übermittelt wurden dem Bundesinstitut laut RKI 1064 Ehec-Infektionen (Stand 31. Mai). In der Zwischenzeit hat das RKI die Zahl aktualisiert. Demnach sind bereits elf Menschen gestorben, die Zahl der Ehec-Infektionen ist auf 1213 gestiegen. Dazu kommen noch 520 HUS-Fälle. Den Landesbehörden zufolge liegen die Verdachts- und Infektionsfälle allerdings bereits bei etwa 2000, die Zahl der Toten bei 18. Beim RKI erklärt man die späte Aktualisierung damit, dass die Zahlen dem Institut mit Verzögerung gemeldet würden. Damit gibt sie den Schwarzen Peter an die Länder weiter. Das macht die Situation für die Verbraucher aber nicht besser.
Am Freitagnachmittag kündigt das Institut auf seiner Seite bereits an, dass die nächste Aktualisierung für den 6. Juni vorgesehen sei.
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(sueddeutsche.de)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
...vermutlich wollte irgendein "Detektiv" vom RKI, seiner vegetarischen Ex-Freundin mal eins auswischen oder die Fleischindustrie hat was springen lassen, damit diesmal nicht wieder der Fleischkonsum einbricht...
die bundesregierung zeigt hier keine große leistung, es wird zwar scheinbar kräftig an der symtombehandlung gearbeitet, aber die suche nach der quelle, scheint nur mit einer winzigen mannschaft geleistet zu werden.
die warnung vor den gurken, tomaten, und salaten, erscheint aufgrund der dürftigen erkenntisse mehr als gewagt, was besseres fällt ihnen halt grad nicht ein. deshalb die existenzen von vielen gemüßebauern zu riskieren, finde ich sehr fraglich.
...und dem RKI werfe ich die gemächliche Aktualisierung der Webseite auch nicht vor. Vermutlich gibts dort viele Überstunden die man erstmal abfeiern muss ;-)
Hauptsache die Chinesen schlafen nicht, das beruhigt mich doch einigermaßen, vgl.: http://www.genomics.cn/en/news_show.php?type=show&id=644
Aus Doctor Roseler's Doomsday Diaries: Six/Three 11 a.m. Katastrophe! Und ich hatte vorgestern ausdrücklich gesagt: Generalstabsärztlich angehen - Planung ist alles, mindestens 2 Packungen über dem Worst Case ... Schließlich war Himmelfahrt. Ascension, please - wenn der Vater seinen Sohn ... drum Vatertag! Nur weil unsere Zwillinge Töchter sind, nicht an das Äußerste zu denken, ist fahrlässig. Prompt kriegten sie Dünnpfiff, daß die Pampers im Stundentakt quietschten. Das hätten wir noch locker abgewettert, Heiligs Windle. Aber Wiebke mußte die St.Windula von Wegwisch geben, das gute Herz?! Die Nachbarn waren mit Bollerwagen los, Bier, Kartoffelsalat - und, ah, frisch geerntete Schlangengurken auf dem Salatteller. An der Spitze der nette Ogurek von nebenan, ein ganz Grüner - die auf ihre Zwiebeln pieseln und und ihren selbstgezogenen Senf bescheißen! Folge: Schreberkolonialer Breakdown, Montecucumers Rache. Jedenfalls sind unsere Vorräte abgewickelt - wir brauchen dringend einen intergalaktischen Krisenstab, Aliens incl. Wo ist Bahr - mal sehen, ob der sich für seinen Job aignert??
Six/Three 1 p.m. Jetzt lächeln, Phipps, nur nicht schwächeln. Kaum ist der feurige Daniel raus aus der Kassengrube, will er auf den MontGomery, als Kassenwart? Junge, das ist ein Salonsozi! Dann lob ich mir eine gstandne CSUse aus der Citty mit ... naja verbrauchergeschützten Hüttenmelonen. Nee, Ilse ist keine Wildsau, eher OffenBahrung, aber nicht einfach zu erlegen. Was? Mitleid mit Frischlingen? Ach so, deswegen hält die sich in der E-Hecke bedeckt - ich sollte sie dringend warnen, vor dem wilden Dany aus Mümmelmanns Zucht.
Six/Three 4 p.m. Habe mit Opa Hans-Dietrich telefoniert; der muß was Falsches gegessen haben, und ich sei schuld. Dabei wollte ich ihn doch nur loben: Opa, unser alter Burger King. Ahnte doch nicht, daß bei Opa die Liebe immer noch durch den Junkfood-Magen geht. Muß ihm mal sagen, daß jedes Salatblatt ein williges Opfer der Grünen Raupe Nimmersatt ist, um das wir nicht buhlen.
Six/Three 9 p.m. Konnte noch mal mit der Chefin, äh ... Seniorpartnerin zwitschern - wohnt gegenüber der Museumsinsel, steht aber sonst ständig in der brutalen Natur, wissenschaftlich gesehen. Wollte mir tatsächlich weismachen, daß sie vor Jahren schon in ihrer Datsche Pflaumen gekreuzt hat - nein, nicht nur welche auf dem Kuchen! Und den habe jeder Gast gut vertragen - bloß der Guido nicht ... trauriges Einzelschicksal.
(Forts. folgt)
Gemüsevermarkter lässt heute 200.000 Gurken vernichten
derstandard.at/1304553456328/Oesterreich-Gemuese-Vermarkter-laesst-heute-200000-Gurken-vernichten
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