Biologie Leben in der Taucherglocke

Die Wasserspinne muss nur einmal am Tag an die Oberfläche kommen, um Sauerstoff-Nachschub für ihre Taucherglocke zu besorgen. Bislang dachten Wissenschaftler, dies sei häufiger nötig.

Von Katrin Blawat

Im Leben einer Wasserspinne gibt es nicht viel Abwechslung. Den ganzen Tag lang hockt sie, auf Fliegen oder andere Beute wartend, unter der Wasseroberfläche in einer aus Spinnenseide errichteten Taucherglocke.

Die Wasserspinne Argyroneta aquatica. Die Tiere müssen deutlich seltener aus ihrer Unterwasserbehausung an die Oberfläche als bisher gedacht.

(Foto: dapd/Stefan K. Hetz/Humboldt-Universität zu Berlin)

Nur ein einziges Mal am Tag muss sie sich um Sauerstoff-Nachschub für ihre Taucherglocke kümmern, wie nun die Biologen Roger Seymour von der University of Adelaide und Stefan Hetz von der Humboldt Universität in Berlin ermittelt haben (Journal of Experimental Biology, online).

Bisher dachten Forscher, dieser Vorgang sei viel öfter nötig - was der Spinne deutlich mehr Energie abverlangt hätte.

Feine, silbrige Härchen am Körper der Spinne helfen dem Tier während seines kurzen Ausflugs an die Wasseroberfläche dabei, neue Luftblasen in die Taucherglocke zu transportieren.

Die stark gefährdete Wasserspinne ist die einzige unter Wasser lebende Spinnenart; noch findet man sie in langsam fließenden Gewässern auch in Deutschland. Sogar ihren Eikokon legt Argyroneta aquatica in der Taucherglocke ab.