Vor EZB-Beschluss Euro fällt auf tiefsten Stand seit elf Jahren

  • Der Kurs des Euro fällt auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt: unter 1,15 US-Dollar.
  • Grund dafür ist Marktbeobachtern zufolge die Europäische Zentralbank. Sie könnte am kommenden Donnerstag über den umstrittenen Ankauf von Staatsanleihen entscheiden.
  • Der Dax steigt auf ein neues Rekordhoch - wegen des schwachen Euros und der Erwartungen an die Europäischen Zentralbank.

Nach der Abkehr vom Euro-Mindestkurs durch die Schweizer Nationalbank setzen immer mehr Anleger auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Euro-Raum. Der Kurs des Gemeinschaftswährung ist am Freitag auf den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren gefallen. Ein Euro war nur noch 1,1461 Dollar wert. Das ist der tiefste Stand seit November 2003.

Der Franken-Schock

Die Schweizer Notenbank will dem lockeren geldpolitischen Kurs der EZB nicht mehr folgen und gibt den Franken frei. Der Schritt stellt nun nicht nur die Wirtschaft des Landes vor enorme Probleme - er ist auch eine Kapitulation vor den Spätfolgen der Finanzkrise. Kommentar von Ulrich Schäfer mehr ... Kommentar

Finanzhändler gehen davon aus, dass die Schweizer Nationalbank ihren Mindestkurs von 1,20 Franken aufgegeben hat, weil sie fest mit dem Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB rechnet. Sollte die EZB am kommenden Donnerstag tatsächlich einen solchen Schritt ankündigen, dürfte der Euro seine Talfahrt beschleunigen - das wäre gut für die Exportbranche in Deutschland und anderen Ländern der Euro-Zone.

Die positive Stimmung der Finanzmärkte ließ auch den Deutschen Aktienindex (Dax) steigen, er erreichte ein neues Rekordhoch. Am Freitagnachmittag übersprang er die Marke von 10 200 Punkten, bevor er mit einem Plus von 1,35 Prozent auf 10 167,77 Punkten aus dem Handel ging. Das bisherige Rekordhoch vom 5. Dezember lag bei 10 093 Punkten.