Suchmaschinenkonzern plant Lieferservice Google will in Amazons Kerngeschäft wildern

Beim E-Commerce macht den Pionieren von Amazon keiner was vor. Bis jetzt. Der Online-Händler hat zwar die Erfahrung, den Mut und das Geld hat aber Google: Der Suchmaschinenkonzern will Amazon mit einem eigenen schnellen Lieferdienst angreifen - und sucht dafür Allianzen mit den großen Einzelhandelsketten.

Musik im Internet, billige Tablets - Google, Amazon und Apple kämpfen auf immer mehr Geschäftsfeldern um die digitalen Märkte der Zukunft. Aber auf Amazons ureigenes Geschäftsfeld hat sich bisher keines der anderen großen Unternehmen getraut: einen breit aufgestellten Versandhandel. Jetzt plant Goolge einem Zeitungsbericht zufolge selbst einen schnellen Lieferdienst - trotz der 17 Jahre Vorsprung, die Netz-Pionier Amazon in Sachen E-Commerce hat. Das Unternehmen will die Zustellung innerhalb von 24 Stunden garantieren.

Millionen nutzen Googles Suchmaschine oder seine anderen Programme wie Gmail und das neue soziale Netzwerk Google+. Der Konzern will diese starke Stellung im Netz als Ausgangsbasis für das eigene E-Commerce-Geschäft nutzen - allerdings mit den Produkten anderer Einzelhändler. Der kalifornische Konzern hat bei mehreren großen Ketten angefragt, ob sie Interesse hätten, an dem neuen Dienst teilzunehmen und Ware über Google zu verschicken, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf anonyme Quellen aus dem Umfeld des Verhandlungen. Darunter sollen der Kaufhauskonzern Macy's, die Kleidungsgeschäfte von Gap und die Büromaterialien-Kette Officemax sein.

Mehrere Einzelhändler sollen bereits Interesse an der Zusammenarbeit bekundet haben. "Sie sind mit dieser Idee auf uns zugekommen, aber wir haben noch keine Entscheidung gefällt", sagte ein Sprecher von Macy's der Wirtschaftszeitung.

Ein Pilotversuch soll laut Wall Street Journal in der Region um San Francisco beginnen. Irgendwann im kommenden Jahr soll es losgehen. Die Firmen selbst wollten die Informationen nicht kommentieren.

Googles Begehrlichkeiten hat Amazons Prime-Dienst geweckt. Gegen eine Jahresgebühr von 29 Euro in Europa oder 79 Dollar in den Vereinigten Staaten kommen Kunden dabei schneller und ohne Versandkosten an ihre Ware. Nach der Einführung explodierten Amazons Verkaufszahlen. Viele Kunden suchten ihre Artikel mittlerweile nur noch bei Amazon direkt. So umgingen sie die Suchmaschine Google.

Die Idee von Google, Produkte nach Haus zu liefern, folgt auf die Ankündigung des Unternehmens vor zwei Wochen, in den USA mit einem eigenen MP3-Shop sowohl Apples iTunes als auch Amazons Musikdienst anzugreifen. Amazon hatte wenige Wochen zuvor den Kindle Fire herausgebracht. Mit dem billigen Tablet will Amazons Chef Jeff Bezos Apples iPad Konkurrenz machen. Allerdings sind bisher nicht alle Tester begeistert vom Fire.

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