Spionage Obama droht mit Wirtschaftssanktionen nach Hackerangriffen

US-Firmen jagen Hacker: Büro von Dell

(Foto: Bloomberg)

Vergeltung für Cyberangriffe: Nachdem eine militärische Spezialeinheit aus China US-Konzerne und die Regierung ausspioniert haben soll, könnte Washington solche Aktionen künftig härter ahnden. US-Präsident Obama erwägt, schuldige Staaten mit Zöllen zu bestrafen.

Wenn ein Staat amerikanische Unternehmen oder Regierungsstellen über das Internet attackiert, drohen ihm künftig wirtschaftliche Sanktionen. Präsident Barack Obama erwägt, Strafgebühren oder Strafzölle gegen die Länder zu erheben, die die USA über das Netz ausspionieren, meldet die Nachrichtenagentur AP.

Präsident Barack Obama zeigte sich zuletzt öffentlich besorgt, dass Hacker zunehmend die Infrastruktur der USA ins Visier nähmen. "Wir wissen, dass fremde Länder und Firmen unsere Unternehmensgeheimnisse abschöpfen", sagte Präsident Obama just in seiner Rede zur Lage der Nation. "Jetzt suchen sie auch nach der Möglichkeit, unser Energienetz, unsere Finanzinstitutionen, unsere Flugsicherungssysteme zu sabotieren. Wir dürfen nicht in einigen Jahren zurückblicken und uns fragen, warum wir nichts dagegen getan haben." Das Wort China fiel in der Rede nicht.

Gerade erst hat die New York Times aufgedeckt, dass wohl eine Spezialeinheit der chinesischen Armee Angriffe auf US-Konzerne und staatliche Server verübt hat. Die Einheit 61398 residiert demnach am Stadtrand von Shanghai.

Die US-Regierung hat es bislang vermieden, chinesische Behörden oder Institutionen wie die Armee direkt für Hackerangriffe verantwortlich zu machen. Doch kommt die Veröffentlichung des Berichts genau eine Woche, nachdem Präsident Barack Obama einen Erlass unterzeichnete, der besseren Datenaustausch zwischen Betroffenen wie privaten Energieversorgern, Internetfirmen und der Regierungsbehörden vorsieht.

Chinesische Medien bezichtigen die USA regelmäßig der Heuchelei. Die amtliche Volkszeitung verwies auf die geplante Ausweitung des US Cyber Commands, jener Abteilung der US-Armee, die auf amerikanischer Seite den Cyberkrieg probt. Die Zeitung schrieb Anfang des Monats, in den USA spielten viele die Rhetorik der "chinesischen Bedrohung" nun auch im Cyberspace hoch, um höhere Budgets für den Cyberkrieg herauszuschlagen und "eine neue Rechtfertigung für die Strategie der Eindämmung Chinas zu finden".