Siemens-Belegschaft fordert Quote Frauen nach vorne

Vier Frauen im Aufsichtsrat sind nicht genug, finden die Belegschaftsaktionäre von Siemens. Sie fordern eine feste Frauenquote für ihr Unternehmen - und stoßen auf Widerstand aus der Siemens-Führung.

Die Debatte um eine gesetzliche Frauenquote ist bei Unternehmern in etwa so beliebt wie die Wirtschaftskrise. Familienministerin Kristina Schröder setzt deswegen auf eine freiwillige Quote. Nun fehlen nur noch führende deutsche Unternehmen, die mit gutem Beispiel voran gehen. Das dachten sich offenbar auch die Mitarbeiter von Siemens - und fordern eine Frauenquote für ihr Unternehmen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schroeder (CDU) traf sich bereits vor einigen Monaten mit Vertretern der 30 DAX-Unternehmen und stellte ihre Flexi-Quote vor.

(Foto: dapd)

Die Belegschaftsaktionäre wollen bei der Hauptversammlung am 24. Januar eine verpflichtende Quote in die Satzung schreiben lassen: Bis spätestens 2013 sollen 30 Prozent, bis 2018 sogar 40 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder Frauen sein. Man greife damit den Vorschlag der Familienministerin auf, dass Unternehmen selbst eine Frauenquote festlegen sollen, schreiben die Belegschaftsaktionäre in dem im Elektronischen Bundesanzeiger veröffentlichten Antrag auf Ergänzung der Tagesordnung.

Die Siemens-Führung scheint von dem Vorstoß wenig begeistert zu sein. Vorstand und Aufsichtsrat fordern die Aktionäre in einer Stellungnahme dazu auf, den Antrag abzulehnen. "Wir sind der Ansicht, dass eine Quotenregelung in der Satzung der Siemens AG nicht erforderlich ist." Siemens nehme "das Thema Vielfalt sehr ernst" und habe immerhin bereits zwei Frauen im Vorstand - als einziges DAX-Unternehmen.

Außerdem habe der Aufsichtsrat schon 2010 beschlossen, bei der Auswahl der Kandidaten "insbesondere auf die angemessene Beteiligung von Frauen zu achten" und die gegenwärtige Anzahl von vier Frauen im Aufsichtsrat "zu wahren oder wenn möglich zu erhöhen".

Nach einem Treffen mit Familienministerin Kristina Schröder und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen im Herbst hat Siemens der Financial Times Deutschland zufolge eine Selbstverpflichtung abgegeben, eine feste Quote jedoch abgelehnt. Siemens wolle demnach den Anteil von Frauen in Führungspositionen in Deutschland von derzeit zehn Prozent bis Ende 2015 auf 12 bis 13 Prozent erhöhen.

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