Sanierungskonzept Karstadt muss offenbar mehr als 200 Millionen Euro sparen

Bei Karstadt muss massiv gespart werden.

(Foto: dpa)

Im August hatte Immobilieninvestor René Benko die Warenhauskette Karstadt übernommen. Jetzt liegt nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" das Sanierungskonzept auf dem Tisch. Danach soll es in den bundesweit 83 Filialen harte Einschnitte geben.

  • Nach einem Bericht der Bild am Sonntag beziffert der Karstadt-Aufsichtsrat die Kosten für eine Sanierung der Warenhauskette auf mindestens 209 Millionen Euro.
  • Den 83 Filialen stünden harte Einschnitte bevor. Das Verkaufspersonal solle ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen.

"Tiefgreifendes Sanierungsprogramm"

Nach der Übernahme von Karstadt durch den Tiroler Immobilieninvestor René Benko stimmt der Aufsichtsrat die Führungskräfte des Konzerns einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge auf ein "tiefgreifendes Sanierungsprogramm" ein. Die Kosten für die Sanierung werden auf mindestens 209 Millionen Euro beziffert. Eine nachhaltige Sanierung des Konzerns koste jedoch 263 Millionen Euro.

Ohne die skizzierten Maßnahmen sei die Existenz der Warenhauskette nur noch bis März 2016 gesichert, zitiert die Zeitung aus einem achtseitigen Konzept. Liquide Mittel seien gegenwärtig noch ausreichend vorhanden, "wären aber ab März ohne Gegenmaßnahmen aufgebraucht".

Verkaufspersonal soll abgebaut werden

Den 83 Filialen stünden Einschnitte bevor. Das Verkaufspersonal solle dem Bericht zufolge ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen. Durch mehr Teilzeit-Jobs sollen die Filialen samstags besser besetzt sein als zu Wochenbeginn. In Bereichen mit hoher Selbstbedienungsquote, zum Beispiel bei Spielwaren, werde eine "Reduzierung auf Minimalbesetzung" angestrebt. Daneben sollten allein in der Essener Zentrale 20 Prozent der Stellen abgebaut werden.

Zur Ertragssteigerung sollten Einkauf, Sortiment und Lieferanten umstrukturiert werden, schreibt die Zeitung weiter. Außerdem sollten die Gebühren in den Karstadt-Parkhäusern "um rund zehn Prozent" steigen.

Das Papier beinhalte auch eine Abrechnung mit der Ära von Ex-Eigentümer Nicolas Berggruen: "Verfehlte Investitionen, mangelnde Marktkenntnis, laufende Strategiewechsel und hausinterne Fehlentscheidungen" hätten den Niedergang weiter beschleunigt. Der österreichische Investor René Benko hatte die angeschlagene Kaufhauskette im August für einen symbolischen Euro von Berggruen übernommen.

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