Der Ärger in Berlin über das S-Bahn-Chaos ist riesig. Jetzt kündigt Bahn-Chef Rüdiger Grube eine Entschädigung von 70 Millionen Euro für die Fahrgäste an.
Seit Monaten läuft der S-Bahn-Verkehr in Berlin nur eingeschränkt und der Ärger in der Hauptstadt ist inzwischen so groß, dass der Senat erwägt, der Deutsche Bahn den prestigeträchtigen Auftrag zum Betrieb zu entziehen. Bei Bahn-Chef Rüdiger Grube sind die Drohungen offenbar angekommen. Denn nun hat die Bahn angekündigt, die Fahrgäste mit 70 Millionen Euro zu entschädigen. Das teilte Grube nach einem Treffen mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mit.
Die Bahn kündigt wegen des S-Bahn-Chaos in Berlin eine Entschädigung von 70 Millionen Euro an - profitieren werden die Fahrgäste. (© Foto: dpa)
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Besonders freuen dürfen sich S-Bahn-Nutzer mit Abo- oder Jahreskarten. Sie fahren - ebenso wie Studenten der Unis Berlin, Potsdam und Wildau mit Semesterticket - zwei Monate gratis mit. Welche Monate das sind, steht noch nicht fest. Ein zusätzliches Schmankerl: An mehreren Wochenenden sollen Einzeltickets den ganzen Tag über gelten.
Schaden von 156 Millionen Euro
Die Entschädigungen seien ein Ausgleich dafür, dass es noch bis Ende 2010 Beeinträchtigungen geben werde, teilte die Bahn mit. Die Verfügbarkeit der Fahrzeuge solle im Jahresverlauf in sechs Schritten von derzeit 634 auf rund 1000 Wagen erhöht werden. Dies bedeute, dass es bis Jahresende einen fahrplanmäßigen Betrieb auf allen Linien geben solle, aber noch nicht in vollen Wagenlängen.
Grube bezifferte den Schaden für die Konzerntochter S-Bahn auf bisher rund 156 Millionen Euro. Hinzu kämen die nun angekündigten Entschädigungen und Vertragszahlungen, die die Länder einbehalten dürften. Wegen Schwierigkeiten mit Rädern und Wartungsmängeln an Bremsen kann die S-Bahn seit Mitte 2009 nur ein Rumpfangebot fahren.
Bereits im Jahr 2009 hatte die S-Bahn wegen des Technikdesasters Entschädigungen im Volumen von 35 Millionen Euro geleistet. Unter anderem konnten Stammkunden im Dezember kostenlos fahren.
(sueddeutsche.de/dpa/tob/pak)
Großprojekte in Berlin
Zitat:"Besonders freuen dürfen sich S-Bahn-Nutzer mit Abo- oder Jahreskarten. Sie fahren - ebenso wie Studenten der Unis Berlin, Potsdam und Wildau mit Semesterticket - zwei Monate gratis mit. Welche Monate das sind, steht noch nicht fest. Ein zusätzliches Schmankerl: An mehreren Wochenenden sollen Einzeltickets den ganzen Tag über gelten."
Davon haben die Kunden aber nur was wenn die S-Bahn auch fährt. Wenn ich mir stundenlang auf einem kalten Bahnsteig den Hintern abfriere, dann ist mir die billige Bahnfahrt egal, dann nehme ich lieber das Auto, oder fahre mit der BVG. Leider läßt die Bahn AG, und damit auch die S-Bahn Berlin, bislang jegliche VERLÄßLICHE Aussicht vermissen, ab wann man denn mit einem regelmäßigen Zugverkehr wieder rechnen darf.
Die Problem der S-Bahn sind struktureller und langfristiger Natur. Hunderte von S-Bahnzügen mit unzuverlässigen Radsätzen sozusagen 'über Nacht' gegen neue Wagen auszutauschen würde auch ein neuer Betreiber der S-Bahn nicht schaffen. Wo sollten die neuen Wagen auch so schnell herkommen?
Um ihre Rendite zu erhöhen, hat die Bahn Wartungsdepots geschlossen und das entsprechende Personal entlassen. Lange Zeit hat sich die Bahn geweigert, diese Wartungskapazitäten wieder auf zu bauen. Selbst wenn sie den Fehler jetzt korrigiert, so werden diese Kapazitäten nicht 'über Nacht' entstehen. Und auch ein neuer Betreiber, könnte diese Kapazitäten nicht so schnell schaffen. Mehdorns Wirken hat hier wirklich tiefe Spuren hinterlassen. Trotzdem, die S-Bahn in die BVG einzugliedern wäre langfristig sinnvoll. Der öffentliche Nahverkehr ist nicht für die Privatisierungs geeignet. Alle entsprechenden Versuche gingen und gehen letztendlich immer zu Lasten der Sicherheit und das Komforts der Kunden.
Zitat: "Hinzu kämen die nun angekündigten Entschädigungen und Vertragszahlungen, die die Länder einbehalten dürften."
Ich hoffe jedem Berliner S-Bahn Fahrer ist hier klar, daß er mit seinen Bahn-Problemen auch noch den Berliner Senat subventioniert. Denn so ist das in Deutschland, die Bahnkunden haben den Schaden, die Länder die Entschädigung.
Selten, daß man wie hier den Bahnkunden auch einmal gnädigerweise eine Entschädigung zugesteht.
Zitat: "Welche Monate das sind, steht noch nicht fest."
Wenn ich so auf meine Erfahrungen mit der Bahn zurückblicke, würde ich wetten, es wird über die Sommerferien sein.
Ja, nur eine böse Vermutung, aber lassen wir uns überraschen.
Stimmt lieber mosihq, es gibt auch ein Grundrecht für "Augsbug-München-Pendler" auf günstigen (steuerfinanzierte) Bahnhochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Augsburg und München!
Weinen Sie dass mal den zahlreichen von der Bahn bzw. öffentlichen Nachverkehr abgekoppelten Regionen in Bayern/Deutschland vor, deren Einwohner "Ihre Bastelstrecke" mit Steuergeldern querfinanzieren "dürfen"!
Mein Tip: Fahren Sie mit dem Auto, oder ziehen Sie gleich nach Müchnen (aber da kann man ja dann die üppige Pendlerpauschale nicht mehr ziehen...).
Das ist der blanke Hohn! Diese "Entlastung" der Fahrgaeste ist vermutlich absolut sinnlos, denn: Der oeffentliche Nahverkehr in Berlin teilt sich in S-Bahn (DB) und BVG (Strassenbahn, Bus, U-Bahn). Wenn die S-Bahn also zwei Monate kostenlosen Verkehr anbietet, dann duerfte das kaum einem Berliner irgendetwas bringen, denn mit S-Bahn allein kommt man nicht weit, man braucht meist auch die BVG ...
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