Mit seiner Klage gegen das Atommoratorium der Bundesregierung steuert RWE-Chef Jürgen Großmann den Energiekonzern ins Abseits. Das darf er, aber sehr klug ist es nicht.
Jürgen Großmann ist jemand. Und wenn jemand durch die öffentliche Gewalt in seinen Rechten verletzt wird, steht ihm der Rechtsweg offen. Also darf Jürgen Großmann gegen das Atommoratorium der Bundesregierung klagen. Also darf sich der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns RWE vor Gericht dagegen wehren, dass der Reaktor Biblis A vorläufig abgeschaltet wurde. Großmann darf versuchen, vor Gericht die Wiedereinschaltung dieser nuklearen Gelddruckanlage zu erzwingen. Es ist dies, wie man so sagt, sein gutes Recht.
RWE: Großmann verteidigt strikten Atom-Kurs
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Sehr klug ist es aber nicht, die Konfrontation zu suchen. Ein Vorstandsvorsitzender ist der oberste Vertreter der Interessen seiner Firma. Deren höchstes Interesse muss es sein, Zukunft zu gewinnen - also Energie in einer Weise zu produzieren, die ihr abgenommen wird.
Großmann ist dabei, diese Akzeptanz zu verlieren. Er steuert den Energiekonzern RWE in ein gesellschaftspolitisches und damit letztlich auch ökonomisches Abseits. Als er die Zahlungen von RWE an den Ökofonds eingestellt hat, berief er sich auf die Veränderung der Geschäftsgrundlage - wegen der von der Kanzlerin ausgerufenen Energiewende.
Die Folge einer solchen Veränderung der Geschäftsgrundlage ist es, dass die vertraglichen Regelungen angepasst werden müssen. Großmann aber passt nicht an, sondern er will mit dem Kopf durch die Wand.
Er weigert sich nämlich, die Grundlage des Energiegeschäfts von RWE den Verhältnissen nach Fukushima anzupassen. Wer das tut, der muss damit rechnen, dass die wirtschaftliche Grundlage für sein Geschäft entfällt. Ein sturer Vorstandsvorsitzender gefährdet nicht die Energiewende, sondern er gefährdet seinen Energiekonzern.
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(SZ vom 21.04.2011/pak)
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Großmann will Atomstrom verkaufen was der Bürger nicht mehr will!
Weil er falsches vorausschauen und eine falsche Betriebliche Zukunft voraussagte will er jetzt die Bürger zwingen seinen Strom aus dem AKW zu kaufen?
Hier geht es doch um sein Versagen!
Das ist doch das gleiche wie bei der CSU in Bayern!Trotz Austieg der bereits beschlossen war haben sie immer noch über 60% Atomstrom im Netz!!
Da muss man sich doch fragen haben sie keine Zukunft geplant und sich auf die AMIGOs in der Politik verlassen,die ihnen die Gelddruckmaschinen Atomkraftwerke weiter laufen lassen wollte!!
1 Million Euro pro Tag Gewinn pro Atomkraftwerk!!
Marktwirtschaft, die als Ausgangsbasis bei der Deregulierung eine Beibehaltung der Großstrukturen hat, die sich auf dem Monopolwege gebildet haben, ist eine Schimäre.
So kann man Marktwirtschaft ad absurdum führen. Natürlich hätte auch die Teilung und Trennung dazu gehört. Bei der Telekomm hat das nur deshalb leidlich einen besseren Weg genommen, weil die Investition in die neue Handytechnik kürzer Renditen aufwies - aber im Prinzip der gleiche Geburtsfehler.
Das Konservieren der Strukturen befeuert dann auch das Konservieren im Denken, wie es bei Großmann augenfällig wird.
Die Strombörse und die Idee, die hinter der Deregulierung steckt, ist eigentlich nicht schlecht - aber von Seiten der Politik wurde nie etwas getan, um dem wachsenden Oligopol Einhalt zu gebieten. Die Liberalisierung sollte ja das bringen, was ihr auf dem Telekommunikationsmarkt gelungen war - mehr Wettbewerb. Ich vermute, dass damals noch die Denke war, dass ein sich selbst überlassener Markt für die Wirtschaft und die Menschen gleichermaßen das Beste ist. Eigenlich sähe ich Energieversorgung als Infrastrukturmaßnahme lieber ganz in staatlicher Hand, aber ich bin mir nicht sicher, dass das etwas besser machen würde. Viel mehr würde ich mir einen Staat wünschen, der stark genug ist, die Interessen seiner Bürger besser zu wahren.
- die 4 großen Stromkonzerne im Interesse eines echten Wettbewerbes in 40 Stromhersteller und Anbieter zerschlagen?
- den Stromkonzernen die Kosten für die Müllbeseitigung auferlegen?
- den Stromherstellern die Kosten für die Stromverteilung = das Stromnetz, auferlegen?
- die Strombörse in Leipzig schließen, denn sie verursacht nur höhere Strompreise?
- die Stromkonzerne zwingen die immensen Gewinne dafür zu verwenden, den Strompreis zu senken (und zwar in erster Linie für den Kleinverbraucher = die "Oma" und nicht für die Stromverschwender wie die Aluminium- und Glasindustrie) ?
- die Gehälter der Vorstände und die Dividende an die Aktionäre auf ein vernünftiges Maß zurückschrauben?
- Stromerzeugung ohne gleichzeitiges Nutzen der Abwärme rigoros verbieten oder mit "Verschwendungssteuer" belegen?
- Wärmedämmmaßnahmen mit einem Halbieren der Mehrwertsteuer belohnen, wie man es beim Übernachten in Hotels gemacht hat?
- auf Kohle, Öl, Gas, Flugbenzin und insbesondere auf Uran eine ordentliche Steuer erheben?
Genehmigungsverfahren gibt es für technische, sozusagen dingliche Großprojekte - jeder Kraftwerksneubau muss z.B. nach BImschG genehmigungsfähig sein.
Kartellbehörden und Gerichte können dagegen nur im Nachhinein tätig werden - dann ist die Kuh im Zweifel schon in den Brunnen gefallen.
Das Moratorium zeigt eher die gefährliche Schnellschussmentalität von Menschen, die von einem Ereignis überfordert sind - egal wie koneservativ sie sich sonst geben
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