Rücktritt von Yanis Varoufakis Varoufakis' Mission ist beendet

Der Rücktritt von Yanis Varoufakis als griechischer Finanzminister ist folgerichtig. Sein Auftrag ist erfüllt, ab jetzt ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Kommentar von Cerstin Gammelin

Finanzminister Yanis Varoufakis ist zurückgetreten. Es ist ein Rücktritt, der folgerichtig war. Der Wirtschaftsprofessor, der seine Regierung als Finanzminister in den europäischen Gremien vertrat, hat keine Aufgabe mehr für die Zeit nach dem siegreichen Referendum.

"Wir sind uns noch nicht einmal einig, uneinig zu sein"

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Varoufakis war bisher dafür verantwortlich, den Auftrag, den die Wähler bei den vorgezogenen Parlamentswahlen Ende Januar dem siegreichen Links-Bündnis Syriza mitgegeben hatten, in die europäischen Hauptstädte zu tragen und in den Gremien zu diskutieren: weniger sparen und Athen Schulden erlassen. Er hat mit seinen endlosen Vorträgen die Ressortkollegen nachhaltig verärgert - aber er hat damit dazu beigetragen, dass die Bürger der Regierung beim Referendum den Rücken gestärkt haben.

Das eindrucksvolle Mandat des Volkes an die Regierung beendet zugleich die politische Mission des Finanzministers. Ab jetzt ist Fingerspitzengefühl bei heiklen Verhandlungen gefragt. Athen kann es sich nicht mehr leisten, die Nerven der Geldgeber mit weitschweifigen Ausführungen zu strapazieren. Insofern ist der Rücktritt eine sehr gute Nachricht.

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