Regierungsvorschlag zu Beleuchtung Verdunklungsgefahr in Frankreich

Die Zukunft von Paris ist zappenduster: Die französische Energieministerin will die Beleuchtung von Geschäften, Büros und öffentlichen Gebäuden in der Nacht ausschalten. Davon wären auch Luxusgeschäfte wie Louis Vuitton am Prachtboulevard Champs-Élysées betroffen. Zeit für Handelslobbyisten, sich als Lichtgestalten zu inszenieren.

Gern lässt sich Paris als die Stadt der tausend Lichter feiern. Dummerweise sind die vielen Lichter teuer und verschwenden Energie. Darum hat die zuständige Ministerin Delphine Batho nun einen Vorschlag gemacht, der viele Geschäftsleute aufschreien lässt. Sie will die Beleuchtung öffentlicher Gebäuden ausschalten - zumindest in der Zeit von ein Uhr nachts bis sieben Uhr morgens. Auf diese Weise sollten Energie und Geld gespart sowie Vernunft demonstriert werden, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Batho wünscht sich diese Regelung von Juli kommenden Jahres an. Der Licht-Bann träfe dann allerdings nicht nur Büros und öffentliche Gebäude, sondern auch Geschäfte wie den Louis-Vuitton-Flagship-Store an der Champs-Élysées.

"Großartig! Die Stadt wird dunkel"

Die Empörung ist groß, zumal der Plan nicht nur Paris, sondern auch die übrigen französischen Städte und Dörfer betrifft. Vor allem Geschäftsinhaber seien irrtiert, heißt es bei Bloomberg. Immerhin habe Frankreich ein Image als weltweit beliebtestes Touristenziel. Schon jetzt schränkten viele Regelungen die Geschäfte ein, so dürfen an Sonntagen und in der Nacht die Läden nicht geöffnet sein.

"Großartig! Eine weitere gute Nachricht für Bürger und Touristen: Die Stadt wird dunkel", ätzte den Angaben der Agentur zufolge die stellvertretende Chefin des Conseil du Commerce de France, Sofy Mulle. Der Verband vertritt die Interessen des französischen Einzelhandels. Man sei zwar auch zu Einschnitten bereit, aber in diesem Falle könne von Vernunft keine Rede mehr sein. Umweltfreundliche Lösungen dürften Gesellschaft und Wirtschaft nicht so hart treffen.

Schon unter Präsident Nicolas Sarkozy sind solche Ideen diskutiert worden. Nun würden sie von der sozialistischen Regierung mit Francois Hollande an der Spitze weiter vorangetrieben. Sarkozys Vorhaben war Teil eines europäischen Plans gewesen, demzufolge die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent verbessert werden soll. Im Januar winkte die damalige Regierung noch eine Regelung durch, die seit Juli zumindest schon die Abschaltung von Neon-Schildern an Geschäften in der Zeit zwischen ein Uhr nachts und sechs Uhr morgens vorschreibt.

Sollte sich Ministerin Batho durchsetzen, dürften die neuen Regeln neben Umweltschützern und Konsumgegnern auch Fans des Weltalls freuen: Ohne sogenannte Lichtverschmutzung dürfte man auch von Städten wie Paris aus mehr Sterne mit bloßem Auge sehen können.

So düster die Aussichten für Frankreich sein mögen - in Detroit ist man noch weiter. Die Stadt ist so verarmt, dass weite Teile der Straßenbeleuchtung ausgeschaltet werden müssen. Dann wird es richtig dunkel.