Preise in Deutschland Inflation fällt unter Zwei-Prozent-Marke

Die EZB bekämpft die Euro-Krise mit billigem Geld - kommt jetzt die große Inflation? Vorerst nicht: Zum ersten Mal seit Monaten sinkt die Rate, mit der die Preise steigen, unter die wichtige Marke von zwei Prozent.

Trotz höherer Strompreise ist die Inflationsrate in Deutschland im Januar deutlich gefallen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 1,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Das ist der niedrigste Stand seit Juni 2012. Die Teuerungsrate liegt damit wieder unter der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht. Im Dezember war sie noch bei genau zwei Prozent gelegen.

Die Europäische Zentralbank hatte angekündigt, unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenstaaten zu kaufen. Kritiker werfen der EZB vor, so Inflation zu schüren.

Dass die Preissteigerungsrate im Januar sinkt, liegt allerdings auch an Sondereffekten: Allein der Wegfall der Praxisgebühr drückte die Inflationsrate um 0,2 Punkte. Wer seit Jahresanfang zum Arzt geht, muss an der Anmeldung keine zehn Euro mehr zahlen.

Preistreiber waren dagegen Energie und Lebensmittel. Strom verteuerte sich um 12,1 Prozent, nachdem zahlreiche Versorger ihre Tarife zu Jahresbeginn angehoben hatten. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox haben 79 Versorger für Februar und März neue Preiserhöhungen von durchschnittlich zwölf Prozent angekündigt.

Für Nahrungsmittel mussten die Verbraucher 4,5 Prozent mehr hinblättern. Die Bundesbank erwartet in diesem Jahr eine durchschnittliche Teuerungsrate von 1,5 Prozent. Für 2014 werden 1,6 Prozent vorhergesagt.