Der Chef geht, der Chef kommt: Opel-Geschäftsführer Hans Demant muss seinen Posten räumen, übernehmen soll GM-Europachef Nick Reilly.
Der personelle Umbruch beim angeschlagenen Autobauer Opel fordert das nächste Opfer: Nach der Demission von Carl-Peter Forster als Aufsichtsratsvorsitzendem im vorigen November läuft nun die Zeit von Opel-Chef Hans Demant ab. Der 59 Jahre alte Ingenieur soll kommende Woche abgelöst werden. Das verlautete aus Firmenkreisen.
Hans Demant muss den Posten des Opel-Geschäftsführers räumen. (© Foto: AP)
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Seinen Job übernehmen soll Nick Reilly, der Europa-Chef des US-Autokonzerns General Motors (GM), dem Opel gehört.
Demant stand seit Juni 2004 an der Unternehmensspitze in Rüsselsheim. Seine Ablösung kommt nicht überraschend, denn nach SZ-Informationen hat er bereits vor einiger Zeit einen Altersteilzeitvertrag unterschrieben. Zudem wurde er intern kritisiert, im Überlebenskampf des Autobauers zu wenig für Opel getan zu haben. Offiziell werden dürfte Demants Demission am kommenden Freitag, wenn der Aufsichtsrat tagt. Dann will Reilly auch bekanntgeben, wer zu seinem Führungsteam gehören soll.
GM soll sich stärker an Sanierung beteiligen
Derweil werden die Stimmen lauter, dass sich GM wesentlich stärker an der Sanierung von Opel beteiligen soll als bisher zugesagt. Das Land Rheinland-Pfalz fordert von dem amerikanischen Konzern eine Verdoppelung des Rettungseinsatzes auf rund 1,2 Milliarden Euro. Das forderte Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) in Mainz in einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Dass die Debatte um öffentliche Hilfen zuletzt abgeflaut ist, erklärte er damit, "dass noch kein endgültiges Opel-Konzept auf dem Tisch liegt, das geprüft werden kann und das die deutschen Interessen und die des Standorts Kaiserslautern berücksichtigt". Neben dem Werk in der Pfalz sorgt er sich auch um das Schicksal von 4000 Rheinland-Pfälzern, die im Stammwerk Rüsselsheim arbeiten.
"Noch im Januar" erwartet Hering einen tragfähigen Zukunftsplan. Dieses Konzept müsse auch Aussagen enthalten über die künftige Produktpalette und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Zudem müsse Opel "für sich neue Märkte erschließen dürfen, ohne von GM behindert zu werden", so Hering. Er stellte klar, dass ein reines Kostensenkungsprogramm nicht ausreicht, um an Staatshilfen zu kommen.
GM beziffert den Finanzbedarf für eine Opel-Sanierung bislang auf 3,3 Milliarden Euro. Davon sollen nach dem Willen des US-Konzerns 2,7 Milliarden Euro öffentliche Hilfen sein. Nur 600 Millionen Euro will GM selbst aufbringen. Hering sagte: "Ich sehe das nur als ein erstes Angebot. GM muss deutlich mehr geben als 600 Millionen Euro. Es ist kein Konzern mehr, der in einem Insolvenzverfahren steckt." Zudem wolle GM 2010 Gewinne erzielen.
Massive Kritik an der Bundesregierung
Hering sagte, wenn er von GM einen höheren Sanierungsbeitrag für Opel verlange, dann gehe es nicht um zehn oder 20 Prozent mehr. "Mir schwebt eher das Doppelte der 600 Millionen Euro vor", fügte er hinzu. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die deutschen Staatshilfen nicht in die Kasse von GM in Detroit umgelenkt werden können. "Die sympathischste Lösung" dafür wäre es nach seiner Meinung, Opel in eine eigenständige Aktiengesellschaft umzuwandeln. Hering: "Damit wäre gewährleistet, dass das Geld nicht abfließt."
Gebe es keine Opel AG, müsse eine "andere Konstruktion, um das Geld abzuschotten", gefunden werden. Hering: "Das haben wir GM immer ganz klar gesagt." Erst danach könne mit Staatshilfen des Bundes und von Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen, also den Ländern mit Opel-Standorten im Inland, gerechnet werden. "Die Politik wird nicht riskieren, dass Werkstore geschlossen werden", glaubt Hering.
Der Bundesregierung warf er Versäumnisse vor. Sie hätte die "europäischen Interessen bündeln" und die "Meinungsführerschaft" übernehmen müssen. Er sagte: "Dann hätte man mit GM besser verhandeln können."
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(SZ vom 09./10.01.2010/mel)
Gysi und Lafontaine beim Linke-Parteitag
Kann man demnächst wohl wieder rostende Schrottkarren nach US-Geschmack unter dem Blitz bewundern; solche, die Opel das Desaster unter dem vormaligen US-Management erst eingebracht haben, nachdem unter Herrn Demant wieder technisch halbwegs solide Fahrzeuge -zumindest auf den ersten Blick- gebaut wurden. Wenn dem Verein auch nur ein Euro Staatsgeld zufließt, ist den Politikern nicht zu helfen!
"Einen Opel braucht niemand. Das werden die Autofans unter Ihnen sicherlich bestätigen."
Sarrazin über die Opel-Krise.
Das Demant geht,wundert ueberhaupt nicht,warum im Prinzip war er Entwicklungsingenieur. Den Posten des Werksdirecktors war er nur der Kandidat mit dem kleinsten Nenner. Auch darf nicht vergessen werden,der Werksdirecktor ist nur fuer das Tagesgeschaeft zustaendig und hat sehr wenig Einfluss auf das geschehen. Ob es mit den willfaehigen Briten besser geht,steht in den Sternen,die Kriese kommt aus Detroied,nicht aus Ruesselsheim. Auch ob die Zukunftsinvestionen,so angelegt werden,dass fuer den Konzern etwas dabei herauskommt,dass ist die Frage. Der neue Konzernchef aus Neuseeland ist ein typischer US Manager,Hemdsaermlichkeit und brutale Machtausuebung ist seine groesste Eigenschaft,nur ob das reicht weltweit gute Autos zu bauen,da habe ich starke Zweifel.