Autobranche Der Diesel ist ein Auslaufmodell

Auf der Höhe der Zeit: Auf dem Genfer Auto-Salon präsentierte Toyota heute den neuen Auris Hybrid.

(Foto: REUTERS)

Auch wenn die deutschen Hersteller krampfhaft am Diesel festhalten: Die Zukunft gehört alternativen Antrieben - da haben andere längst die Nase vorn.

Kommentar von Stefan Mayr

Der Niedergang des Dieselmotors geht voran, schneller und konsequenter denn je. Und alle Hersteller, die rechtzeitig auf alternative Antriebe gesetzt haben, profitieren von dieser Entwicklung. Vor allem Toyota: Schon vor 20 Jahren haben die Japaner mit dem Prius den ersten Hybrid-Antrieb auf den Markt gebracht.

Damals wurden sie belächelt. Jetzt können sie sich in Europa schmunzelnd vom Diesel verabschieden und auf ihre Elektro-Antriebe setzen. Auf dem Autosalon Genf verkündete Johan van Zyl, Präsident von Toyota Motor Europe, sein Unternehmen werde keine Dieselmotoren mehr für Pkws entwickeln, für Nutzfahrzeuge dagegen schon. Bei der Pressekonferenz am Dienstag gab der Toyota-Manager seinen Kollegen von den anderen Herstellern noch einen Klaps auf den Hinterkopf mit: "Die Kunden-Nachfrage ist ein klares Signal", sprach van Zyl.

Die deutschen Hersteller halten dagegen krampfhaft an ihren Selbstzünder-Motoren fest. Dabei hat der Diesel ein massives Imageproblem wegen seines erhöhten Ausstoßes von gesundheitsgefährdenden Stickoxiden. Zwar hat dieses Beharren in Stuttgart, München und Wolfsburg aus Sicht der Konzerne gute Gründe: Sie haben Milliarden in die Diesel-Entwicklung gesteckt, außerdem werden sie ohne die Technik die ab 2021 geltenden Flotten-Grenzwerte für den CO₂-Ausstoß nicht schaffen. Trotz immer größerer und schwererer Wagen wollen sie mithilfe des Diesels unter der Schwelle von 95 Gramm pro Kilometer bleiben. Aber das Konzept der Hersteller könnte krachend scheitern - vor allem weil die Kunden nicht mehr dieseln wollen.

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Zwar sind die neuesten Diesel-Motoren allem Anschein nach tatsächlich sauberer als ihre manipulierten Vorgänger-Aggregate. Trotzdem sinken die Verkaufszahlen stetig. Und ein Ende dieses Absturzes ist nicht in Sicht. Mit jeder Automesse, mit jedem Gerichtsurteil und jedem Feinstaub-Alarm wird der Diesel ein Stück weiter in die Ecke gedrängt. Sein Image ist zerstört.

Doch statt das Unabänderliche zu akzeptieren, versuchen viele deutsche Auto-Manager krampfhaft, die Technik gesundzubeten. Das wird nichts helfen: Im Auto ist der Diesel bestenfalls noch eine Übergangslösung. Wenn erst die Ladeinfrastruktur für Elektro-Autos flächendeckend steht, werden sich noch mehr Kunden von den Verbrennern abwenden und in die Strom-Autos umsteigen.

Inzwischen spricht sogar der Sportwagenhersteller Porsche von einer phänomenalen Nachfrage nach seinen Hybrid-Motoren. Es steigen also nicht nur die besonders Sparsamen und Umweltbewussten um, sondern auch jene, bei denen der Spaß am Fahren im Vordergrund steht und für die eine hohe Tankrechnung keine Rolle spielt. Inzwischen haben das auch die anderen deutschen Hersteller verstanden und versuchen, Rückstand auf die Teslas und Toyotas aufzuholen. Und auch wenn sie es nicht zugeben: Sie sind dabei sehr spät dran. Das kostet viel Geld, viel Mühe und viele Marktanteile.