Konjunkturprognose für Europa EU-Kommission glaubt nur noch an wenig Wachstum

Europas Wirtschaft hat es schwer. Deshalb kürzt die EU-Kommission nun ihre Konjunkturprognosen für 2014 und 2015 zusammen.

(Foto: dpa/dpaweb)
  • Die EU-Kommission senkt ihre Erwartungen für Europas Konjunktur: Die Wirtschaft dürfte in der Euro-Zone 2014 nur um 0,8 Prozent statt um 1,2 Prozent zulegen.
  • Als besonders schwach schätzt die Kommission die französische und die italienische Wirtschaft ein.

EU-Kommission stuft Prognose stark herunter

Die EU-Kommission glaubt nicht, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone so deutlich wächst wie bisher angenommen. Sie korrigierte ihre Wachstumsprognosen gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) für dieses und kommendes Jahr stark nach unten. Die Wirtschaft in den 18 Euro-Ländern dürfte demnach 2014 nur um 0,8 Prozent statt wie bisher angenommen um 1,2 Prozent wachsen. 2015 werde es statt 1,1 Prozent nur noch um 0,7 Prozent nach oben gehen. Erst für 2016 erwartet die Brüsseler Behörde wieder spürbare Besserung: Dann soll es ein Plus von 1,7 Prozent geben.

Düstere Aussichten für Frankreich

Auch für Deutschland, Frankreich und Italien korrigierte die Kommission ihre Prognose. Der hiesigen Wirtschaft sagt sie für das laufende Halbjahr weitgehende Stagnation voraus. Das BIP werde 2014 insgesamt um 1,3 Prozent statt um 1,8 Prozent wachsen. Für 2015 stufte sie die Erwartung um beinahe einen Prozentpunkt auf 1,1 Prozent herab.

Besonders schwach sieht die EU-Kommission Frankreichs Wirtschaft wachsen. Das BIP werde hier 2014 nur um 0,3 statt um ein Prozent und 2015 um 0,7 statt um 1,5 Prozent steigen. Italien - die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone - werde 2014 um 0,4 Prozent schrumpfen. Das wäre das dritte Jahr in Folge, in dem Italiens Wirtschaft nicht wächst. Bisher war die Kommission noch davon ausgegangen, dass das BIP dort um 0,6 Prozent wächst. 2015 immerhin werde die Wirtschaft wieder um 0,6 Prozent zulegen, 2016 möglicherweise sogar um 1,1 Prozent, glauben die EU-Experten.

Grund der Skepsis sind "geopolitische Risiken"

Die Kommission begründete die Herabstufung mit "steigenden geopolitischen Risiken" wie den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem gebe es weniger Rückenwind von der Weltwirtschaft. Die Lage der Konjunktur und am Arbeitsmarkt verbessere sich nicht schnell genug, sagte der neue Kommissions-Vize Jyrki Katainen.

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