Importzölle So groß ist Chinas Geschenk an die deutsche Autoindustrie

Gemessen am Gesamtumsatz profitiert Porsche von den künftig niedrigeren Importzöllen in China ganz besonders.

(Foto: AFP)
  • Die chinesischen Importzölle für Fahrzeuge sinken vom 1. Juli an deutlich.
  • Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen prognostiziert einen "Geldregen" für deutsche Unternehmen.

Für die deutschen Autohersteller ist es eine fantastische Nachricht: Die Zölle für nach China exportierte Autos sollen zum 1. Juli von 25 Prozent auf 15 Prozent sinken. An der Börse zogen die Autowerte nach der Ankündigung angesichts der Aussicht auf höhere Gewinne deutlich an.

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen prognostiziert gar einen "Geldregen" für deutsche Unternehmen: "Die Fahrzeuge werden trotz der Zollsenkungen ja nun nicht schlagartig billiger, sondern die Hersteller versuchen, die Preise hoch zu halten." Besonders profitieren werde Porsche, weil das Unternehmen - anders als etwa BMW oder Daimler - nicht in China selbst produziere, sondern alle Fahrzeuge exportiere. Dudenhöffer rechnet vor: Bei zuletzt etwa 71 500 in China verkauften Porsche mit einem Durchschnittspreis von etwa 87 000 Euro verdiene der Sportwagenhersteller künftig etwa 600 Millionen Euro mehr.

Das sei - gemessen am Gesamtumsatz - ein besonders hoher Betrag, auch wenn BMW und Daimler noch mehr Fahrzeuge nach China exportieren: BMW setzte im vergangenen Jahr rund 200 000 Importautos ab, Mercedes verkaufte knapp 160 000 Wagen und Audi lag bei 50 000 Fahrzeugen. Nach Einschätzung des Investmentberaters Evercore ISI dürften BMW und Daimler von der Zollsenkung mit gut einer Milliarde Euro mehr Vorsteuergewinn profitieren - sofern die Preise unverändert bleiben.

Die Absenkung der Zölle wird künftig auch für Lastwagen gelten, die an der Grenze dann mit 15 anstatt der bisherigen 20 Prozent verteuert werden. Die Zölle auf bestimmte Autoteile sollen von etwa auf sechs Prozent zehn Prozent sinken.

Die Bundesregierung begrüßte die angekündigte Zollsenkung, zeigte sich aber zurückhaltend in der Einschätzung ihrer Ursachen. Sie bringe "durchaus Vorteile für unsere Autoindustrie mit sich", hieß es lediglich aus Regierungskreisen. "Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt für offene Märkte und ein Zeichen für eine Stärkung des internationalen Handels", äußerte sich dagegen VDA-Präsident Bernhard Mattes deutlich optimistischer.

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