Banken in der Zwickmühle: Bricht Griechenland zusammen, ist auch ihr Geld weg. Sie sollten genau überlegen, bevor sie erneut in griechische Papiere investieren.
Die Schuldenprobleme Griechenlands haben die europäischen Banken und Versicherer in arge Bedrängnis gebracht. Ihnen drohen gewaltige Abschreibungen, wenn Hellas unter der Last seiner Schulden zusammenbricht. Allein die deutschen Institute haben Athen rund 45 Milliarden Dollar geliehen, in ganz Europa stehen 189 Milliarden Dollar im Feuer.
Rund 45 Milliarden Euro haben deutsche Banken nach Griechenland verliehen. Geht das Land bankrott ist auch das Geld weg. (© Foto: ddp)
Anzeige
Damit zählen die Finanzkonzerne zu den größten Profiteuren der Nothilfe für Griechenland. Der Löwenanteil der rettenden Kredite wird in ihre Taschen fließen. Dennoch ist es keine gute Idee, wenn Finanzminister Wolfgang Schäuble jetzt die Bankmanager zur "freiwilligen Hilfe" aufruft. Mit dem Besitz und Kauf weiterer griechischer Staatsanleihen sollen sie ihr Vertrauen in das Land beweisen.
Doch gegenüber solchen Symbolhandlungen sind die Finanzmärkte immun. Ihnen kommt es darauf an, dass es Griechenland gelingt, seine Haushaltsprobleme dauerhaft zu überwinden. Sollte sich aber zeigen, dass Athen dieser Aufgabe nicht gewachsen ist und am Ende doch den Staatsbankrott per Umschuldung wählen wollte, steckt Berlin in der Klemme.
Haben die Politiker die Banken erst einmal in griechische Anleihen gelockt - nach dem Motto: fünf Prozent Zinsen mit Staatsgarantie -, so kommen sie aus der Nummer nur schwer wieder raus. Die Banker sollten besser den Tatsachen ins Auge blicken.
Gerade erst sind einige Institute dank staatlicher Intensivmedizin dem Tod durch toxische Hypothekenpapiere entronnen. Mühsam konnten sie ihre dünne Kapitaldecke aufpolstern.
Nun sehen sie sich mit einem zweiten, viel größeren Risiko konfrontiert, der Pleite überschuldeter Staaten. Die Institute sollten sich nicht noch mehr zweifelhafte Wertpapiere aufladen.
- Thema
- Euro-Krise RSS
- Buchungstricks "Konsolidierung auf die krumme Art" 03.05.2010
- 110 Milliarden Euro Finanzhilfe Griechen sparen, Europa zahlt 02.05.2010
- Griechenland: Sparpaket beschlossen Liste der Schrecken 02.05.2010
- Milliarden gegen Finanznot EU, IWF und Griechenland einigen sich auf Hilfe 01.05.2010
- Kostenlose Leseprobe SZ unverbindlich testen 29.07.2009
- Euro-Krise: Außenhandels-Präsident "Gift für die Wirtschaft" 17.05.2010
- Euro: Starker Wertverlust Mit Schwung in die Tiefe 17.05.2010
(SZ vom 03.05.2010/nog/hgn)
Das ist ja eben die Natur solcher Anlagen, ganz schnell kann alles futsch sein, jederzeit, auch "solide" Anlagen (oder eben was als solche angeriesen wird).
BaFin hat erst kürzlich Leerverkäufe wieder gestattet. Wie sich vollends die vollmundige Forderung nach "mehr Eigenkapital" der sog. Regierungs-Regulierer in Sachen Finanzmärkte damit verträgt, will ich schon gar nicht mehr hinterfragen.
Man opfert dem politischen Willen, EU, jedwede Vernunft.
Wenn überhaupt: man möge in der EU ein Verfahren entwickeln, wie man Staaten in den Staatsbankrott mit der Aussicht auf Wiederkehr, entlassen kann.
Nur, bezogen auf DE wäre man hiervon nicht weit entfernt - ob man das so gerne formulieren will?
[Dennoch ist es keine gute Idee, wenn Finanzminister Wolfgang Schäuble jetzt die Bankmanager zur "freiwilligen Hilfe" aufruft.]
Demnach ist war es keine gute Idee der Bürger, die CDU wieder an die Macht kommen zu lassen. Hier kann man ganz deutlich sehen, wie unfähig diese Typen eigentlich sind.
Welche Bank wird ohne irgendwelche Sicherheiten auf den Handel eingehen? Doch keine mehr. Da kann Herr Schäuble noch so sehr betteln wie er will.
Zitat "Was soll man auch von einen Juristen und gelernten Polizeiminister anderes erwarten als ökonomische Ahnungslosigkeit" ---
Da stimme ich Ihnen nicht nur nicht zu, denn Schäuble hat u.a. promoviert über ""Berufsrechtliche Stellung von Wirtschaftsprüfern in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" und ist anschliessend in die Steuerverwaltung des Landes Baden-Württemberg eingetreten.
Weit schwerer wiegt seine, von mir unterstellte, brave Tugend als Parteisoldat treu zu dienen und, ebenfalls Mutmassung, da er ohnehin am Ende seiner Karriere steht, den Prügelknaben zu geben.
Schade, dass man erst in ein paar Jahren? seine Biographie lesen können wird und dann erfährt, wie er die Dinge heute sieht.
Zweifelsfrei wird einem dabei zwanglos unwohl werden.
machen. Das eine oder andere Würstel bekommt man mit solchen Summen doch noch ordentlich durchgebraten.
Paging