Globaler Reichtum und Privatvermögen Asien wird reicher als Westeuropa

Nordamerika wird in wenigen Jahren nicht mehr die reichste Region der Welt sein, sondern Asien: Einer Studie zufolge ist das Privatvermögen dort im vergangenen Jahr rasant gestiegen.

Das private Vermögen in der Welt wächst, zumindest auf dem Papier. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Boston Consulting Group. Dem Bericht "Global Wealth 2014" zufolge wird der asiatisch-pazifische Raum ohne Japan noch in diesem Jahr Westeuropa als zweitreichste Region ablösen und von 2018 an vor den USA liegen.

Nach Angaben der Beratungsfirma sind die weltweiten Privatvermögen im Jahr 2013 um 14,6 Prozent auf 152 Billionen US-Dollar (112 Billionen Euro) gestiegen - fast doppelt so stark wie 2012. Grund ist vor allem die Vermehrung des Privatvermögens in China. Es wuchs den Berechnungen der Boston Consulting Group zufolge im vergangenen Jahr um 49,2 Prozent.

Im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan verzeichnet die Studie für 2013 einen Zuwachs von 30,5 Prozent. In Osteuropa waren es im gleichen Zeitraum 17,2 Prozent und in Nordamerika 15,6 Prozent. Dahinter folgen der Mittlere Osten und Afrika mit einem Zuwachs von 11,6 Prozent und Lateinamerika mit 11,1 Prozent. Das Privatvermögen in Westeuropa wuchs um 5,2 Prozent. Schlusslicht ist Japan mit 4,8 Prozent.

Als Privatvermögen gilt dabei Erspartes und Geldanlagen, zum Beispiel in Fonds und Lebensversicherungen sowie Rentenansprüche. Grundbesitz, Geschäftsbesitz und Konsumgüter wurden nicht berücksichtigt.

Haupttreiber für den Vermögenszuwachs waren der Studie zufolge neben den Schwellenländern die gut laufenden Aktienmärkte, die vom billigen Geld der Notenbanken profitieren. In Deutschlag stieg das verwaltete Vermögen von Privatanlegern laut der Boston Consulting Group um 4,8 Prozent auf 7,2 Billionen Dollar.

Auch die Zahl der Dollarmillionäre steigt. Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der reichen Haushalte der Studie zufolge von 13,7 Millionen auf 16,3 Millionen. Fast die Hälfte der Millionäre sitzt demnach in den USA, gefolgt von China und Japan.

Deutschland landete mit fast 390 000 Millionären auf dem sechsten Platz. Insgesamt 881 Haushalte hierzulande zählen die Autoren der Studie zu den Superreichen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar. Die höchste Millionärsdichte weltweit hat Katar mit 175 je 1000 Haushalten, gefolgt von der Schweiz mit 127 und Singapur mit 100.