Firmeninvestitionen in der Schuldenkrise Finanzchefs fürchten Griechenland mehr als Syrien

Das Land steckt in der Krise und braucht dringend Unternehmen, die im Land investieren. Doch Griechenland ist ein Firmenschreck - Investitionen sind in den Augen der Unternehmen nur noch im Irak und im Iran riskanter.

Für dauerhaftes Wachstum in den Krisenländern sind Investitionen von Unternehmen nötig, das betonen die Politiker gerne. Doch gerade die umworbenen Firmen scheinen den Rettungsversuchen nicht mehr zu trauen: In einer Umfrage schätzten die Finanzchefs von mittelgroßen Unternehmen Investitionen in Griechenland nun gefährlicher ein als im Bürgerkriegsland Syrien.

Zwar sind die Situationen in den Ländern kaum zu vergleichen. Auch die Finanzmanager sehen in Griechenland die wirtschaftliche Krise als Risiko, im Nahen Osten dagegen die Geopolitik. Im Auftrag der Wirtschaftsprüfung BDO wurden rund 1000 Finanzvorstände befragt. Auf einer Skala angeordnet, sehen sie jedoch in Südeuropa Gefahren, die sie in ihrer Intensität mit denen in Nahost vergleichen.

Demnach schätzen die Unternehmen lediglich Iran und Irak als noch riskanter für Investitionen ein als Griechenland. Zu den zehn Ländern mit dem höchsten Risiko für Investitionen zählt laut Umfrage auf Platz sieben auch Spanien, das als Investitionsort riskanter als Ägypten bewertet wird. (Eine grafische Aufbereitung der Ergebnisse als PDF hier.)

Insgesamt halten es die Befragten für zunehmend schwieriger, im Ausland Geschäfte zu machen. Als Gründe werden die weltweite unsichere Wirtschaftslage, schärfere Regulierungen und größerer Wettbewerb genannt.

Die Mehrzahl der Unternehmen setzt daher bei Auslandsinvestitionen zunehmend auf "sichere Häfen", heißt es von BDO. Dazu zählen die Finanzchefs neben Deutschland die Vereinigten Staaten und Großbritannien die sogenannten BRIC-Staaten: Brasilien, Russland, Indien und China. China sei weiterhin das Land, in dem die größten Investitionen geplant seien, heißt es.